Erstellt am 13. Februar 2014, 12:39

Heizen mit Holz und mehr. Holz ist der beliebteste Rohstoff, mit dem im Eigenheim eingeheizt wird. Die Möglichkeiten sind hier vielfältig und gehen über das Einlegen im klassischen Holzofen weit hinaus.

Sogar jene, die den Winter mit seinem manchmal eisigen Wetter lieben, möchten es in ihren eigenen vier Wänden auf keinen Fall so kalt haben wie draußen in der freien Natur.

Doch um eine wohlige Wärme zu erhalten, bei der sich die Bewohner wohl fühlen, müssen im Vorfeld viele Fragen beantwortet werden. Denn es sind sehr viele verschiedene Heizsysteme erhältlich, die das Eigenheim zu einer Wohlfühloase machen. Doch sie unterscheiden sich in Anschaffungs- und Erhaltungskosten, Ökologie und Bedienungsaufwand. Darum muss zuerst klargestellt werden, welche Anforderungen das Heizsystem erfüllen soll.

Fragen über Fragen zum Thema Heizen

Welchen Brennstoff möchte ich verwenden? Wie hoch dürfen die Kosten für Installation, Brennstoff und Wartung sein? Wie viel Platz stehen für Heizungsanlage und das Brennstofflager zur Verfügung? Wie soll die erzeugte Wärme wieder abgegeben werden? Durch Radiatoren oder Fußbodenheizung? Dies sind nur einige Fragen, die beantwortet werden müssen, wenn eine neue Heizung angeschafft wird.

Prinzipiell können die Energieträger für Heizungen in zwei Gruppen geteilt werden: in fossile Brennstoffe, wie Heizöl, Erdgas und Kohle, und erneuerbare Brennstoffe. Dazu zählen Biomasse, Sonnenenergie und Erdwärme.
 
  • Das Heizsystem Fern- und Nahwärme ist beinahe überall einsetzbar.
Egal wie alt ein Gebäude ist, wie es erbaut wurde und wie die Wärme wieder abgegeben werden soll – Fern- und Nahwärme sind stets einsatzbereit.
Die Installationskosten sind eher niedrig, außerdem spart dieses Heizungssystem im Gegensatz zu anderen Platz.
Durch Fern- und Nahwärme werden die Gebäude nicht nur mit Wärme versorgt, sondern gleichzeitig auch mit Warmwasser.

x  |  NOEN, Österreichischer Kachelofenverband/ Sommerhuber


Im Prinzip funktioniert diese Art von Heizung wie jede Zentralheizung. Über ein weit verzweigtes Leitungsnetz wird erwärmtes Wasser vom Heizwerk zu den Verbrauchern gepumpt.

Durch sogenannte Wärmetauscher – der nur wenig Platz verbraucht – wird die Wärme auf das Heizsystem übertragen. Fern- bzw. Nahwärme lässt sich mit allen Brennstoffen erzeugen – Holz, Biogas oder auch Müll. Sogar die Abwärme von Industriebetrieben kann genutzt werden. Die Nutzung dieses Heizsystems ist sehr umweltfreundlich und kann problemlos mit jedem Heizsystem kombiniert werden.
 
  • Stückgutheizungen sind für Ein- und Zweifamilienhäuser am Land bestens geeignet. Dieses Heizsystem ist besonders für jene interessant, die auf industrielle gefertigte Brennstoffe verzichten möchten und über eigenes Holz verfügen. Bei dieser Art von Wärmegewinnung sollte unbedingt ein Holzvergaserkessel verwendet werden. Außerdem sollten Stückgutheizungen mit Pufferspeicher betrieben werden. Bei den modernen Holzvergaserkesseln ist die Holzart, mit der geheizt wird, unerheblich. 

Denn die eingebaute Lambdasonde ist für eine optimale und natürlich auch für eine saubere Verbrennung zuständig. Ein großer Füllraum bei der Stückgutheizung ist entscheidend für eine lange Brenndauer. Der Füllraum sollte groß genug sein, um Holzscheite, die einen halben Meter lang sind, fassen zu können.

Dadurch entsteht außerdem reichlich Glut, sodass sich nachgelegtes Holz von selbst durch die Restglut entzündet. Der optimale Betrieb der Stückgutheizung wird durch die Kombination vom Holzvergaserkessel und Pufferspeicher gewährleistet. Die Größe des Speichers hängt dabei von der Kesselleistung sowie vom Volumen des Füllraums ab.

x  |  NOEN, www.BilderBox.com (www.BilderBox.com)

 
  • Als bequemste und umweltfreundlichste Art, aus Holz Wärme zu erzeugen, gilt laut Expertenmeinung die Hackgutheizung. Wie der Name schon sagt, wird dieses Heizungssystem mit Hackschnitzel oder Hackgut betrieben. Darunter versteht man maschinell zerkleinertes Holz, das für den automatischen Betrieb der Hackgutfeuerung verwendet werden kann.

Für kleinere Anlagen eignen sich Hackschnitzel in einer Größe von drei bis fünf Zentimetern. Der Grad des Wassergehalts ist entscheidend für die Qualität und Lagerfähigkeit des Hackguts. Ein maximaler Wassergehalt von 35 Prozent wird von Experten empfohlen. Moderne Hackgutkessel gibt es bereits vollautomatisch. Das heißt, von der Zubringung über die Anzündung, Kesselreinigung bis hin zur Entaschung verläuft alles über eine elektronische Steuerung automatisch.

Wer sich für dieses Heizsystem entscheidet, braucht einen geeigneten Kamin, in dem Raum, in dem die Heizung aufgestellt ist. Außerdem muss ein großer, trockener Lagerraum für das Hackgut zur Verfügung stehen, der eine einfache Belieferung des Brennstoffs ermöglicht.

Gesund heizen mit Pellets

 
  • Aus Säge- und Hobelspänen, die in der Holzindustrie abfallen, werden Holzpellets für Pelletheizungen hergestellt. Wer die geballte Power der Pellets nutzt, braucht ebenfalls einen geeigneten Kamin im Aufstellungsraum sowie einen trockenen Raum, um die Pellets zu lagern. Der Lagerraum kann bis zu 20 Meter vom Heizraum entfernt sein.
Wie bei der Stückgutheizung sorgt auch hier eine Lambdasondenregelung für eine saubere Verbrennung und optimiert den Wirkungsgrad der Heizungsanlage. Die Heizung kann von der Pelletförderung über die Zündung, die Entaschung des Kessels, bis hin zur selbstständigen Reinigung, vollautomatisch gesteuert werden.
 
  • Stückgut- und Pelletheizung können kombiniert werden. Sobald die Holzscheite im Holzvergaserkessel abgebrannt sind, schaltet sich der Pelletbrenner automatisch dazu. Dadurch wird sichergestellt, dass durchgehend geheizt wird, ohne dass Holz nachgelegt werden muss. Die technischen und räumlichen Voraussetzungen ändern sich nicht.
 
  • Als besonders wohlig und heimelig wird die Wärme empfunden, die Kachel- und Kaminöfen abgeben. Durch ihre offene Bauweise sollte der Raum, in dem ein Kachelofen aufgestellt wird, groß sein. Richtig positioniert kann er mühelos ein ganzes Einfamilienhaus heizen.
Der Kachelofen ist ein sogenannter Speicherofen. Das bedeutet, der Wärmespeicher arbeitet selbsttätig, er wird mit hoher Temperatur innerhalb kurzer Zeit aufgeladen und entlädt sich mit niedrigerer Temperatur wieder, allerdings über einen wesentlich längeren Zeitraum.


Kachelöfen sind aus einem keramischen Brennraum und einem keramischen Heizzug zusammengesetzt. „Befeuert“ werden Kachelöfen meistens mit Holzscheiten, Alternativen dazu sind Holzbriketts oder Pellets. Die Wärme kann, je nach Modell, acht bis 24 Stunden gespeichert werden.


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