Erstellt am 05. März 2013, 11:16

Hobeln, sägen und leimen. Tischler sind kreative Handwerker – ihre Kunstwerke verschönern unseren Alltag.

Gottfried Wieland ist Landesinnungsmeister der Tischler für Niederösterreich.  |  NOEN, ZVG
Die ersten Gedanken beim Berufsbild Tischler projizieren sofort Bilder von schön angefertigten Holzmöbeln – das ist aber nur ein Teil des Handwerkes.
Der Landesinnungsmeister der Tischler, Gottfried Wieland, hebt die Vielfalt der Berufssparte hervor: „Abgesehen von Einrichtungsarbeiten kümmern sich Tischlereibetriebe auch um anfallende Sanierungen, vom Fußboden bis hin zur Decke.“

Außerdem gebe es in der Branche zahlreiche Spezialisierungs-Möglichkeiten. So etwa den Fachbereich des Bautischlers, der sich hauptsächlich auf Fenster und Türen konzentriert.
Seit rund sieben Jahren gibt es auch die Ausbildung zum Tischlerei-Techniker. „In diesem Bereich sind derzeit 31 Lehrlinge in Niederösterreich in Ausbildung. Der Schwerpunkt liegt auf Planung und Produktion“, so Wieland. Besonders Mittel- und Großbetriebe profitieren von den Absolventen des Lehrgangs, weil sie unter anderem lernen, mit Hochtechnologie-Maschinen zu arbeiten.

Tischlerei-Berufe gehen über Hobeln, Sägen und Leimen weit hinaus. Denn: Der Tischler macht’s persönlich – Gottfried Wieland verweist auf die spezielle Stärke der Branche: „Ein Tischler begleitet seinen Kunden nahezu ein Leben lang. Persönlicher Kontakt und Service lassen nämlich Wohnträume Wirklichkeit werden.“ Ganz nach dem Motto: „Zeige mir, wer du bist, ich sage dir, wie ich dich einrichte.“
Informationen über den Kunden, welche Hobbys er beispielsweise hat, helfen dem Fachmann bei der optimalen Planung der Einrichtung. Ein Besuch im Betrieb soll überdies bei der Wahl der Furniere, des Lacks oder beim Aussuchen der Materialien helfen.

So vielfältig die Herangehensweise der Planung und Ausführung, so vielfältig sei auch die Verarbeitung des Holzes. Denn: Neben dem Hauptwerkstoff werden auch andere Materialien, wie zum Beispiel Glas, Metall oder Baumwolle, in die Endprodukte eingearbeitet. Gerade hier sei ein persönlicher Kontakt besonders wichtig, um die perfekte Abstimmung zwischen fachmännischen, kreativen Augen und den Kundenwünschen zu erzielen.
Laut Gottfried Wieland gibt es durchschnittlich in jedem Ort einen Tischler. Überhaupt sei die Holz-Branche ein gutes Pflaster. „In Niederösterreich gibt es derzeit 1.697 aktive Tischlereibetriebe, die sich um die Wünsche der Kunden kümmern. Das größte Unternehmen hat sogar 480 Mitarbeiter. Damit sorgt die Branche für 7.800 Arbeitsplätze im Bundesland“, erklärt Wieland.

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