Erstellt am 25. Oktober 2011, 14:10

IG Windkraft - Mindestens 10 Prozent Windkraftanteil bis 2020. Österreich forciert derzeit die Nutzung der Windkraft. Momentan sind landesweit 638 Großanlagen in Österreich in Betrieb - die meisten davon stehen in Niederösterreich (116) und dem Burgenland (30).

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Die aktuelle Leistung erreicht 1.040 Megawatt bzw. 2,2 Mrd. Kilowattstunden. "Das ist Strom für 600.000 Haushalte", sagte der Geschäftsführer der IG Windkraft, Stefan Moidl, am Dienstag in einer Pressekonferenz. Der weitere Ausbau um etwa das Doppelte des Bestandes (2.000 Megawatt) bis 2020, sei "ein leicht übertreffbares Ziel". Damit würden dann mindestens 10 Prozent des österreichischen Strombedarfes gedeckt, derzeit sind es unter 4 Prozent.

Mit den dann erzeugbaren 6,5 Mrd. Kilowattstunden Strom aus Windkraft könne rund die Hälfte des Haushaltsstromverbrauchs bedient werden, der bei rund 15 Mrd. Kilowattstunden pro Jahr liege. Die heimische Bruttowertschöpfung im Zuge des Ausbaus bezifferte Moidl mit 3,3 Mrd. Euro. 43.000 Arbeitsplätze würden geschaffen.

"Das Ziel, den Atomstrom bis 2015 aus den österreichischen Netzen zu verdrängen, ist realistisch und wird auch erreicht werden", so Moidl. 2012 werden 340 Megawatt Windkraftleistung neu dazukommen. "Das ist ungefähr ein Drittel des Bestandes, den wir jetzt haben, und das wird die nächsten Jahre so weitergehen." Derzeit seien 130 Megawatt Windkraftanlagen in Bau - "73,4 Megawatt davon werden noch heuer ans öffentliche Netz gehen".

Im Vorjahr belief sich die Gesamtförderung in Österreich auf 75 Mio. Euro bzw. 4,3 Euro pro Haushalt. Den Ausbau bis 2020 dazugerechnet, erreiche die Förderung dann 57 bis 150 Mio. Euro. Gleichzeitig würden dann aber auch 3,5 Mio. Jahrestonnen CO2 und somit 81 Mio. Euro CO2-Kosten eingespart, rechnete der IG-Windkraft-Geschäftsführer vor. Der Rechnung legte er einen Zertifikatspreis aus dem Emissionshandel von 24 Euro je Tonne CO2 zugrunde. "Die Einsparung liegt deutlich über den Förderkosten."

Österreichisches Know-how findet sich auch in zahlreichen internationalen Windparks. "In fast jeder zweiten Windkraftanlage auf der Welt finden Sie mindestens eine Steuerung unserer Firma", sagte beispielsweise der Customer Relations Manager des Vorarlberger Unternehmens Bachmann electronic, Helmut Fritz. "Wir kämpfen hier am weltweiten Markt gegen Kaliber wie Siemens, ABB und General Electric." Das Unternehmen beschäftigt 460 Mitarbeiter und steigerte seinen Umsatz in diesem Sektor 2010 um 34 Prozent auf 60 Mio. Euro.

Österreichweit sind im Bereich Windkraft rund 120 Zuliefer- und Dienstleistungsunternehmen aktiv, die sämtliche Komponenten von Windkraftanlagen herstellen können. 45 große Betriebe davon, von denen der IG Windkraft Daten vorliegen, erzielten 2010 einen Umsatz von 539,2 Mio. Euro und boten 1.368 Arbeitsplätze. Das jährliche Wachstum seit 1995 betrage rund 25 Prozent - in den Jahren der Krise 2009 und 2010 waren es 22 Prozent.

Die Mehrheit der Bevölkerung befürworte den Ausbau der Windkraft, bezog sich Moidl auf eine aktuelle Umfrage - als einziges Manko gilt die Optik in der Landschaft. 77 Prozent der heuer im Sommer Befragten sind für den Ausbau von Windkraftwerken. Damit liege die Zustimmung knapp hinter jener für Sonnenenergie, für die sich 79 Prozent aussprechen. Nur 3 Prozent sind gegen den Bau von Windkraftwerken. Gleichzeitig sind 96 Prozent gegen den Bau von Atomkraftwerken und 45 Prozent gegen fossile Kraftwerke.

Der saubere Strom ist den Österreichern der Umfrage zufolge auch Bares wert: 7 von 10 Befragten sind für eine stärkere Unterstützung für Ökostrom.