Erstellt am 06. März 2012, 11:19

Klug gebaut und gut gefördert. WOHNBAUFÖRDERUNG / Wer beim Bauen an die Umwelt denkt, wird (auch) vom Land NÖ belohnt. Hier die besten Tipps zum Fördergeld.

 |  NOEN, www.BilderBox.com (www.BilderBox.com)
Gut 3000 Ansuchen zählt die Wohnbauabteilung in Niederösterreichs Regierungsviertel jedes Jahr. Tendenz: steigend. Kein Wunder, schließlich geht’s beim Bauen nicht nur ums Wie. Sondern auch ums Womit. Also: ums Geld. Das gibt’s für künftige Hausbesitzer nicht nur aus dem Bausparvertrag. Sondern auch aus der Landesförderung.

Eigenheimförderung heißt die. Gehört zum niederösterreichischen Wohnbaumodell. Und hat, seit 1. Jänner 2012, neue Förderrichtlinien. So wurde etwa die jährliche Obergrenze des Familieneinkommens bei der Berechnung der Familienförderung pro Haushalt erhöht. Auf 35.000 Euro bei einem Ein-Personen-Haushalt, auf 55.000 Euro für zwei Personen und für jede weitere im Haushalt lebende Person auf je 7000 Euro.
Aber die Familienförderung ist längst nicht alles, was Niederösterreichs Eigenheimförderung kann. Denn daneben gibt es auch noch ein Punktesystem für nachhaltiges Bauen und einen Bonus für die Lagequalität. Hier alle Bestandteile im Überblick.

Für Klein- und Großfamilien & umweltbewusste Bauherren
  • Familienförderung. Dieser Betrag ist abhängig von der persönlichen Familiensituation. 4000 Euro bekommen all jene, die mit mindestens einem versorgungsberechtigten Kind in einem Haushalt leben und noch nicht 35 Jahre alt sind. Für das erste Kind erhält man zusätzlich 8000 Euro, für das zweite 10.000 Euro und ab dem dritten im Haushalt lebenden Kind gibt es je 12.000 Euro. Für jede Wohneinheit kann man um eine einmalige Arbeitnehmerförderung ansuchen. Diese liegt bei 2500 Euro und gilt für alle, die seit mindestens drei Jahren ihren Hauptwohnsitz ohne Unterbrechung in NÖ haben.
  • Punktesystem. Insgesamt sind für eine nachhaltige Bauweise 100 Punkte zu erreichen. Jeder Punkt bedeutet einen finanziellen Zuschuss von 300 Euro – mehr als 30.000 Euro Förderung sind also nicht möglich. Alle Punkte werden im sogenannten Energieausweis gesammelt, der Voraussetzung für die Zuerkennung der Förderung ist. Für Heizungsanlagen mit erneuerbarer Energie kann man sich bis zu 20 Punkte verdienen. Wer eine kontrollierte Wohnraumlüftung einbaut, erhält zehn Punkte. Ebenfalls förderungswürdig – mit bis zu zehn Punkten – sind Solar- oder Wärmepumpenanlagen. Eine Photovoltaikanlage wird mit 20 Punkten gefördert. Einen Einfluss hat auch die Verwendung von ökologischen Baustoffen – im besten Fall winken dafür 15 Punkte.
  • Lagequalität. Einmalig bis zu 4500 Euro Förderung gibt es bei günstiger Lagequalität, Infrastruktur und Bebauungsweise. Wer die vorgegebenen Kriterien für die Eigenheimförderung erfüllt, dem wird vom Land ein Darlehen mit einer Laufzeit von 27,5 Jahren zugesprochen. Der Darlehensbetrag ist mit einem Prozent im Nachhinein verzinst.

FÜR PASSIVHÄUSER
Auch wer ein Passivhaus plant, wird vom Land NÖ gefördert. 50.000 Euro Förderdarlehen vergibt die Wohnbauabteilung für die Errichtung eines Ein- oder Zweifamilienhauses in Passivbauweise.
Die Laufzeit beträgt 27,5 Jahre und ist mit einem Prozent jährlich im Nachhinein verzinst. Punktesystem, wie bei der Eigenheimförderung, gibt es für Passivhäuser keines. Dafür gibt’s, für eine günstige Lagequalität, Infrastruktur und Bebauungsweise, ebenfalls bis zu 4500 Euro Förderung. Und für eine Photovoltaikanlage winkt ein zusätzlicher Zuschuss von 10.000 Euro – auch bei Überschreiten der Einkommensgrenze.
Ausbezahlt wird das Darlehen in höchstens drei Teilabschnitten: 30 Prozent nach der Fertigstellung des Kellers samt Decke oder der Fundamentplatte, 40 Prozent nach Fertigstellung des Rohbaus plus Dach und die restlichen 30 Prozent nach dem Nachweis, dass die Energiekennzahl eingehalten wurde.

FÜR ANTRAGSTELLER
Die Abteilung Wohnungsförderung beim Amt der NÖ Landesregierung ist die wichtigste Anlaufstelle in Sachen Eigenheim- oder Passivhaus-Förderung.
Zu finden ist die Wohnbauabteilung im St. Pöltner Regierungsviertel, Landhausplatz 1, Haus 7A, 3109 St. Pölten. Das NÖ Wohnservice ist werktags von 8 bis 16, freitags bis 14 Uhr geöffnet. Dort werden auch alle Fragen zum Energieausweis, zum Punktesystem und natürlich zu allen anderen Förderkriterien beantwortet.

Telefonische Auskünfte gibt’s bei der NÖ Wohnbau-Hotline unter 02742 / 22 133. Erreichbar ist die Hotline von Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr bzw. Freitag von 8 bis 14 Uhr.

Im Internet finden sich alle Informationen, Änderungen, Tipps und Tricks zur Wohnbauförderung des Landes Niederösterreich auf:
www.noe.gv.at bzw. www.noe-wohnservice.at