Erstellt am 18. September 2013, 08:44

Mantel für den Boden. Schützende Decke / Pflanzen stehen nicht gerne in nackter Erde. Diese will vielmehr gepflegt und gehütet werden und ist dankbar über eine Mulchschicht, die auch Bodenorganismen nährt.

Im Museumsdorf Niedersulz achtet man auf eine gesunde, bereichernde Mulchschicht.NIG/A.Haiden  |  NOEN, Alexander Haiden
Von Tina Wessig

Der Wald zeigt es uns in idealer Weise vor: In der schützenden Schicht aus Moosen, Farnen und Gräsern leben unzählige Kleinstlebewesen. Bei milden Temperaturen und in gleichmäßig feuchtem Boden mit vitaler Krümelstruktur gehen Regenwürmer, Asseln, Bodenpilze und -bakterien ihrer Tätigkeit nach und verbessern die Erde. Im Frühling wartet dann belebter, ausgeruhter Boden auf die nächste Pflanzengeneration.

Während in der Natur kaum offener, ungeschützter Boden anzutreffen ist, entsteht durch die vermehrte Bodenbearbeitung in Gärten selten eine natürliche Streuschicht. Hier bieten zwar Blätter dem Boden Schatten und schützen ihn vor Regen, meist werden aber auch sie penibel weggekehrt. Wo indes Sonne, Wind und Wasser ungehindert auftreffen, sollte der Gartenboden mit einer Mulchschicht versehen werden.

Mulch schützt vor Licht und Witterung

Das Mulchen ist das vorsorgliche Abdecken des Bodens mit organischem oder anorganischem Material. Diese Art der Düngung und des Bodenschutzes lässt sich bis in die Klostergärten des achten Jahrhunderts zurückverfolgen, in denen Kompostieren noch ein Fremdwort war, weil Pflanzenreste nach der Bodenbearbeitung einfach liegen blieben.

Der Mulch schützt die Erde vor übermäßigem Licht und Witterung und vermindert die rasche Austrocknung bzw. Verkrustung des Bodens. Dadurch wird eine gleichmäßige Feuchtigkeit erhalten. Dann fühlen sich auch Bodenorganismen wohl, sie werden aus dem Mulch mit organischer Nahrung versorgt, die sie als Nährstoffe an die Pflanzen weitergeben.

Nahrung für Lebewesen und Arbeitsersparnis 

Mulch bietet Nahrung für wertvolle Bodenlebewesen und fleißige Regenwürmer, die zur Bildung der Humusschicht beitragen. Wem es gelingt, sie nachts einmal zu beobachten, der wird erleben, wie sie sich unermüdlich welke Blätter, Blütenreste oder Halme angeln und in den Boden ziehen. Daneben lockern sie die Bodenstruktur tiefgründig auf.

Außerdem bedeutet Mulchen eine deutliche Arbeitsersparnis beim Unkraut-Jäten. Samenunkräuter können sich nicht aussäen und Wurzelunkräuter lassen sich leichter entfernen, weil eine genügend hohe Auflageschicht das Aufkommen von unerwünschtem Wildwuchs unterdrückt. Der Pflegeaufwand reduziert sich wesentlich, selbst für Ziergärten.

Viele organische Materialien wie Rasenschnitt, Laub, Häckselgut, Heu oder Stroh eignen sich ausgezeichnet als Mulchmaterial. Wird mit Kompost, Stroh, Laub und abgestorbenen Pflanzen gemulcht, kann auch Holzhäcksel oder Flachsstroh verwendet werden. Selbst mit Reisig oder Holzhäcksel, mit Bockerln oder Kastanien lassen sich Muster und Flächen legen. Ideal ist Rasenschnitt, der in vielen Gärten in großen Mengen anfällt, und für die reine Kompostierung sonst vorgetrocknet werden muss.

Apropos Flächen: Nichtorganische Materialien geben im Gartendesign zunehmend den Ton an. Sorgfältig ausgewählt betonen sie unterschiedliche Gartenbereiche. Flächen mit ihrer jeweiligen Textur sorgen für ein ungewöhnliches, aber tolles Gartendesign. Die Vielfalt an Materialien lässt verschiedenste Gestaltungen zu, die durch die abgestimmte Bepflanzung besondere Effekte erzielt. Ob farbiger Kies, Ziegelbruch oder Lavagranulat – die Auswahl ist groß.
 


Plaketten-Tag:

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