Erstellt am 08. Oktober 2012, 15:25

Mitterlehner erwartet Nabucco-Entscheidung 2013. Wirtschaftsminister Mitterlehner erwartet die Entscheidung, ob das Gaspipeline-Projekt "Nabucco West" unter Federführung der OMV Gas aus dem kaspischen Raum erhält, im ersten Quartal 2013.

Man brauche eine Diversifikation der Routen und Quellen, sagte er am Montag anlässlich des Ministertreffens der Nabucco-Länder in Wien. Beim Ministertreffen gehe es darum, das Nabucco-Projekt weiter voranzubringen, sagte Mitterlehner. Das Gaspipeline-Projekt habe eine "wechselvolle Entwicklung" und sei unter anderem auch von politischen Konstellationen abhängig. Es habe immer wieder ein Auf und Ab gegeben, nun sei man wieder in einer Aufwärtsbewegung. Die Realisationschancen für das Gas-Projekt sieht Mitterlehner bei "deutlich über 50 Prozent".

Er hofft, erste Gaslieferungen aus der kaspischen Region im Jahr 2018 zu erhalten. Als wichtiges Signal für die Unterstützung des Projekts wertete Mitterlehner unter anderem auch die Teilnahme des aserbaidschanischen Energieministers Natig Aliyev an der Wien-Konferenz. Bei dieser Konferenz seien alle Partner auf den neuesten Informationsstand gebracht worden.

Außerdem soll am Nachmittag eine Erklärung des Nabucco-Komitees verabschiedet werden, in der die für die Nabucco in ihrer ursprünglich geplanten Form geschlossenen Regierungsabkommen auch für die verkürzte Nabucco West gelten. Am Schluss des Prozesses wird die EU, die laut EU-Kommissar Günter Oettinger zu den bisherigen Finanzierungszusagen steht, das Projekt noch genehmigen müssen.

Oettinger betonte auch, dass die EU vor einem steigenden Gasverbrauch bei fallenden Fördermengen in der EU - in Großbritannien und den Niederlanden - steht. Die wichtigsten Gaspartner der EU seien Russland mit Gazprom, gefolgt von Norwegen und Algerien. Die Idee Nabucco West im sogenannten "südlichen Energiekorridor" der EU hält Oettinger für "eine kluge Idee". Für ihn ist es wichtig, dass zwei europäische Bewerber im Finale um den Zuschlag für 10 Mrd. Kubikmeter aus Aserbaidschan stehen.