Erstellt am 04. April 2011, 09:25

Naturwärme aus Biomasse für Langenlois. Am 1.4.2011 erfolgte der Spatenstich für die Errichtung eines Hackschnitzel-Fernheizwerkes in der Stadtgemeinde Langenlois. Die Anlage versorgt nach Fertigstellung Haushalte, Betriebe und öffentliche Gebäude mit Naturwärme.

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Die Inbetriebnahme des Fernwärmenetzes Langenlois erfolgt im Herbst 2011. Das Heizwerk wird von der EVN mit Hackschnitzeln aus dem stadtgemeindeeigenen Wald und den Wäldern aus der Region beheizt. Landwirte aus der Umgebung von Langenlois werden ebenso in die Holzbringung für den Betrieb des Heizwerkes eingebunden. Zu den Naturwärmekunden zählen Haushalte, Betriebe, öffentliche Gebäude (Hauptschule, Berufsschulen, Sporthalle) sowie die Gewerbegebiete in Langenlois.

Durch den Einsatz von 6.500 Schüttraummetern Hackschnitzel aus der Region werden rund 1.400 Tonnen CO2 pro Jahr vermieden. Der Biomassekessel hat eine Leistung von 1.200 Kilowatt, als Ausfallsreserve und für Spitzenlastabdeckung steht ein Erdgaskessel mit einer Leistung von zusätzlich 3.000 Kilowatt zur Verfügung. Insgesamt können damit umgerechnet auf Einfamilienhäuser rd. 200 Haushalte mit Naturwärme versorgt werden. Das Fernwärmenetz hat eine Länge von 2,4 km. Die Investitionen belaufen sich auf 2,3 Mio EUR.
Die EVN betreibt derzeit 54 Biomasseanlagen in ganz Niederösterreich und ist damit der größte Naturwärmeversorger in Österreich.

Energielandesrat Dr. Stephan Pernkopf wies bei dem Spatenstich darauf hin, dass in Niederösterreich bereits 540 Biomasse-Heizwerke in Betrieb sind: „Wir setzen auf den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energie und wollen 50 Prozent des Gesamtenergiebedarfs in Niederösterreich bis 2020 mit nachhaltiger Energie erzeugen. Gleichzeitig setzen wir auf sparsamen Umgang mit Energie. Hier kann jeder Einzelne einen Beitrag leisten“.

Vorstandssprecher Dr. Peter Layr: „Die EVN setzt bei ihrer Stromaufbringung seit Jahren auf einen flexiblen Erzeugungsmix aus Wasser- und Wärmekraft sowie Alternativenergie, der auf Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit abzielt. Die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energiequellen spielt dabei eine wesentliche Rolle. Insbesondere im Wärmebereich setzen wir verstärkt auf Alternativenergie: So stammen bereits mehr als 60 % der von der EVN gelieferten kommunalen Fernwärme aus Biomasse.“

Bei der Verbrennung von Biomasse wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie die Pflanzen während ihres Wachstums aus der Luft aufgenommen haben, so dass dieser Energieträger als CO2-neutral bezeichnet wird.