Erstellt am 13. September 2013, 10:47

Naturwärme für Fischamend: EVN errichtet Biomasseanlage. Im Rahmen einer Projektvorstellung mit Bürgermeister Mag. Thomas Ram, EVN-Vorstandssprecher Dr. Peter Layr und Energie-Landesrat Dr. Stephan Pernkopf begann die EVN den Bau der Biomasseanlage Fischamend.

Bürgermeister Mag. Thomas Ram (5. v.l.), Energie-Landesrat Dr. Stephan Pernkopf (7. v.l.) und EVN Vorstandssprecher Dr. Peter Layr (9. v.l.) und Gemeindevertreter aus Fischamend präsentieren den Bauplan der neuen Biomasseanlage. Foto: alle Rechte EVN/Raimo Rumpler  |  NOEN, alle Rechte EVN/Raimo Rumpler
Das neue Heizwerk am Flugfeld nahe der Autobahn soll bis Sommer 2014 in Betrieb gehen und wird mit rund 5.000 Schüttraummeter Hackgut aus der Region beheizt werden – ein großer Anteil davon kommt direkt aus Fischamend.

Beitrag zum Klimaschutz und Wertschöpfung für Region

Die Anlieferung der Biomasse erfolgt über die Bruckner Straße. „Das neue Biomasse-Heizwerk ist nicht nur ein Beitrag zum Klimaschutz, auch die Wertschöpfung bleibt in der Region“, so Layr.

Energie-Landesrat Dr. Stephan Pernkopf berichtete: „Landesweit sorgen mehr als 600 Biomasse-Nahwärmeanlagen und 50.000 Pelletsheizungen für Ökowärme. 200 Mio. Euro an Brennstoffwert bleiben dadurch pro Jahr in der Region – die verfeuerte Holzmenge hat die Energie von 15.000 Tanklastzügen voller Heizöl.“

Netzausbau bis 2016 geplant

Weiters hielt Pernkopf fest: „Die Energiewende in Niederösterreich setzt auf Projekte, die auf die Region abgestimmt sind im Bereich Wasser, Wind, Sonne und eben Biomasse.“

Das fast vier Kilometer lange Wärmenetz wird in Zukunft die bestehenden Wärmeanlagen der EVN sowie öffentliche Gebäude mit Naturwärme versorgen.

Für alle in der Nähe der Fernwärmetrasse gelegenen Haushalte und Betriebe besteht die Möglichkeit auf die umweltfreundliche Energie umzusteigen. Bereits im Frühjahr wird die Hauptleitung entlang der Bundesstraße, im Zuge der geplanten Sanierungsarbeiten, verlegt.

Diese vorgezogene Mitverlegung soll Zeit und Strapazen für alle Anwohner sparen. Mit dem zweiten Bauteil werden vom Heizwerkstandort weg über die Flugfeldstraße bis zur Bundesstraße die ersten Kunden erschlossen. In den weiteren Bauetappen folgen dann die Anschlüsse der Gemeindeanlagen und die Umstellung der bestehenden EVN Wärmeanlagen. Der Endausbau soll bis 2016 erreicht werden.

1.000 Tonnen CO2-Einsparung pro Jahr

Im neuen Heizwerk werden zwei Biomassekessel mit Leistungen von 1.000 kW und 500 kW installiert. Weiters steht ein Erdgaskessel als Ausfallreserve und zur Spitzenlastabdeckung zur Verfügung. „Durch das neue Biomasse-Fernheizwerk werden jährlich rund 1.000 Tonnen CO2 eingespart.

Da zahlreiche alte Anlagen mit schlechtem Wirkungsgrad ersetzt werden, kommt es aufgrund modernster Filtertechnologien zu einer Verbesserung der Luftqualität“, steht auch Ram hinter dem Öko-Projekt. Die Investitionskosten belaufen sich auf drei Millionen Euro.

EVN Wärme GmbH

Der Einsatz erneuerbarer Energien ist für die EVN insbesondere im Wärmebereich seit vielen Jahren von großer Bedeutung. Die EVN betreibt heute mit Partnern aus der Landwirtschaft und der Sägeindustrie bereits über 60 Biomasseanlagen in ganz Niederösterreich. Etwa zwei Drittel der gelieferten kommunalen Fernwärme wird aus Biomasse erzeugt.

Mit einem Einsatz von rund 1,5 Millionen Schüttraummeter Hackschnitzel ist die EVN der größte Naturwärmeversorger aus Biomasse in Österreich.

Bei der Verbrennung von Biomasse wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie die Pflanzen während ihres Wachstums aus der Luft aufgenommen haben. Damit ist dieser Energieträger CO2-neutral.

EVN Naturwärme bietet u.a. Vorteile wie keine Einlagerung oder Vorfinanzierung von Brennstoff, keine Ansparung für die Erneuerung der Heizanlage, vor allem aber ist es die bequemste Energieform im Bereich der Wärme.