Erstellt am 02. Oktober 2014, 08:32

von APA Red

Tipps gegen Frostspanner-Befall im Frühjahr. Eine regelrechte Frostspanner-Invasion hat im Frühjahr im Burgenland teilweise zu Totalausfällen bei der Streuobsternte geführt.

 |  NOEN, BilderBox.com (www.BilderBox.com)
Um den Befall durch die gefräßigen Raupen des Kleinen Frostspanners im kommenden Frühling möglichst zu unterbinden, sollte schon jetzt vorgebeugt werden, empfiehlt die Landwirtschaftskammer. Eine effektive Maßnahme sei das Anbringen von Leimringen an den Baumstämmen.

"Ganz schlimm" sei die Situation heuer im Frühjahr im Südburgenland gewesen: "Teilweise waren Obstbäume, vor allem die Streuobstanlagen, kahl gefressen", berichtete Obstbauberater Manfred Gsellmann von der Landwirtschaftskammer Burgenland (LK). Zum Teil hätten sich Bäume von dem Befall gar nicht mehr erholt. Manche seien, wie er gehört habe, auch dürr geworden.

Leimringe verhindern Hochklettern

Der Frostspanner tritt in Perioden auf. Eine Raupenplage habe es beispielsweise im Frühjahr 2005 gegeben. Die Raupen fressen auch im Wald, seien aber besonders bei Obstbäumen bemerkbar, so Gsellmann. Wo die Tiere in großer Zahl in Streuobstwiesen auftreten, gebe es keine Ernte.

Mit Leimringen, die an den Baumstämmen befestigt werden, könne man die Obstkulturen sehr effektiv schützen, erläuterte Gsellmann. Die männlichen Falter können bereits im Oktober ausfliegen und die flugunfähigen Weibchen befruchten. Zur Eiablage klettern diese dann an den Bäumen hoch, was die Leimringe - bei richtiger Anbringung - verhindern sollen.

Die Ringe - entweder fertige, beleimte Papierbögen oder aus einem Abdeckband hergestellt, das mit Raupenleim bestrichen wird - sollten noch vor dem ersten Frost angebracht werden. Damit sie ihre Wirksamkeit behalten, sollten die Ringe etwa alle vier Wochen nachbeleimt werden. Wichtig sei auch, zu verhindern, dass die Frostspanner-Weibchen etwa in Rindenritzen unter dem Leimring durchwandern können.

Milde Winter mitverantwortlich

Auch im Nordburgenland war das Auftreten des Kleinen Frostspanners im heurigen Frühling massiv, erzählte Stefan Winter von der LK Burgenland. Um den 20. Oktober habe im Vorjahr der Flug der männlichen Falter begonnen: "Die Tiere fliegen in der Dämmerung beziehungsweise in den Abend- und Nachtstunden und setzen sich auch an Hausmauern ab."

Ob sich die Frostspanner stark vermehren, hänge auch vom Winter ab. Die letzten zwei Winter seien sehr mild gewesen: "Dadurch haben viele Eigelege überlebt", meinte der Pflanzenbauexperte: "Ich gehe davon aus, dass der heurige Witterungsverlauf dem Schädling geschadet hat. Ich vermute, er wird nicht so stark auftreten wie im heurigen Frühjahr."