Erstellt am 06. Juni 2014, 09:32

Österreichs Fauna und Flora in schlechtem Zustand. Eine besorgniserregende Lage der österreichischen Natur diagnostiziert der Umweltdachverband (UWD).

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Anlass ist der vorwiegend ungünstige Erhaltungszustand der Lebensraumtypen und Arten in Österreich, die der aktuelle "Artikel 17-Bericht der Periode 2007-2012" ergeben hat. Diese Diagnose gilt für rund 80 Prozent der untersuchten Fauna und Flora, hieß es in einer Stellungnahme am Freitag.

Seit mehr als 20 Jahren bilden FFH (Fauna-Flora-Habitat) und Vogelschutzrichtlinie die Grundlagen für den Naturschutz in der Europäischen Union. Der kürzlich veröffentlichte zweite Bericht Österreichs für den Zeitraum 2007 bis 2012 gibt Auskunft über den Zustand von 74 Lebensraumtypen und 209 Arten mit Vorkommen in Österreich. Er wurde vom Umweltbundesamt zusammen mit den Bundesländern unter Beteiligung zahlreicher Experten und Institutionen ausgearbeitet.

Für die Bewertung des Erhaltungszustands wurden Parameter wie das Verbreitungsgebiet, Zukunftsaussichten, Fläche und Strukturen der Lebensräume sowie Population und Lebensraumfläche der Arten berücksichtigt und in einer dreiteiligen Skala mit "günstig""unzureichend" oder "schlecht" beurteilt.

Ein Drittel des Schutzguts ernsthaft gefährdet 

Mit "unzureichend" ist dabei gemeint, dass "das Überleben des Schutzguts zwar nicht gefährdet ist", jedoch negative Einflüsse konkrete Aktionen erfordern, um dieses wieder in einen günstigen Zustand zu versetzen. Die Bewertung "schlecht" - rund 38 des Ökosystems und 35 Prozent der Lebewesen erhielten diese - besagt, dass das Überleben des Schutzguts ist (zumindest regional) ernsthaft gefährdet ist.

Der UWD wies auf die ungünstige Bewertung der Lebensraumtypen in der kontinentalen Region hin. Hier wurde knapp die Hälfte mit "schlechter Erhaltungszustand" bewertet. Grundsätzlich wurde die Lage in der alpinen Region besser eingestuft als jene der kontinentalen Region. Eher gut schnitten die Säugetiere ab, für Käfer, Fische und Reptilien waren die Zustände durchwegs mäßig bis schlecht - für die Käfer sogar zu 85 Prozent im negativsten Bereich. Die Entwicklungstendenz der Arten wurden auch weitaus negativer als bei den Lebensraumtypen eingestuft.

Hier waren es Grünland und Moore, die generell schlecht eingestuft wurden. Die Moore waren durch Beweidung, Düngung, Veränderung der Hydrologie sowie durch Aufforstungen bedroht, hieß es in dem Bericht. Bei Gras- und Grünlandschaften lagen die Ursachen einerseits in der Intensivierung der Landwirtschaft, was sich etwa durch Pestizideinsatz oder Düngung zeitigte. Für den Bericht wurden 500.000 Datensätze zusammengefasst und bewertet, so der UWD.