Erstellt am 18. April 2012, 10:42

OMV-Chef fordert EU-Strategie für Schiefergas. OMV-Chef Gerhard Roiss fordert eine europäische Strategie bei der Erschließung von Schiefergasvorkommen ("Shale Gas"). In den USA sei der Gaspreis aufgrund des Abbaus von Schiefergas massiv gefallen. Dadurch profitiere auch die US-Industrie, die billiger produzieren könne. "Der Impact von Shale Gas auf die Wirtschaft ist big", erklärte Roiss bei einem Vortrag am Dienstagabend in Wien.

OMV-Chef Gerhard Roiss fordert eine europäische Strategie bei der Erschließung von Schiefergasvorkommen ("Shale Gas"). In den USA sei der Gaspreis aufgrund des Abbaus von Schiefergas massiv gefallen. Dadurch profitiere auch die US-Industrie, die billiger produzieren könne. "Der Impact von Shale Gas auf die Wirtschaft ist big", erklärte Roiss bei einem Vortrag am Dienstagabend in Wien.

Auch China sei bei seiner Shale-Gas-Strategie weiter als Europa, wo in elf Ländern Lizenzen vergeben werden sollen. Europa tue sich schwer und setze auf die einfachste Lösung, nämlich nationale Strategien, kritisierte Roiss. Die OMV setze auch in Zukunft vor allem auf die Primärenergiequellen Öl und Gas, wobei der Öl-Anteil zugunsten von Gas zurückgehen werde. Auch in Zukunft werden diese zwei fossilen Energieträger mehr als 50 Prozent des Energiebedarfes abdecken.

Dabei machte der OMV-Chef auf einen "gigantischen Widerspruch" bei den Prognosen für den Gasbedarf in den kommenden zwanzig Jahren aufmerksam. Während die Internationale Energieagentur (IEA) die Zunahme des Gasbedarfs um rund 20 Prozent prognostiziert, sieht die EU-Roadmap einen Rückgang um 20 Prozent vor. Roiss zufolge haben unterschiedliche Lobby-Gruppen wie etwa die Atom- oder Kohlelobbyisten für dieses "unrealistische Bild" gesorgt.

Der regionale Fokus der OMV bei der Erschließung neuer Gasquellen liegt vor allem auf Aserbaidschan, Nordirak, Kurdistan und dem Schwarzen Meer, wo die OMV erst heuer einen riesigen Erdgasfund mit dem US-Partner Exxon gestoßen ist, berichtet Roiss. Das Vorkommen wird laut OMV auf 42 bis 84 Mrd. Kubikmeter Gas geschätzt.

Bis man neue Gasvorkommen findet und sie auch tatsächlich erschließt, vergehen Roiss zufolge rund zehn Jahre, davon müssen zwei bis drei Jahre allein für die Suche einkalkuliert werden. "Die Wahrscheinlichkeit, Öl oder Gas zu finden, liegt bei 20 Prozent", so Roiss. Beim Gasfund der OMV im Schwarzen Meer ging es dabei um Hunderte Millionen an Kosten.