Erstellt am 08. Juli 2015, 11:43

Hitzewelle führt zu erhöhter Ozonbelastung. Die intensive Sonneneinstrahlung gemeinsam mit dem hohen Verkehrsaufkommen und Industrieemissionen hat zu einem Überschreiten von Grenzwerten für das bodennahe Ozon östlich von Wien geführt.

 |  NOEN, Pressedienst Büro Landesrätin Dunst
Wenig Wind bzw. Windstille führen zu höheren Konzentrationen von Ozonvorläufersubstanzen in der Luft. Landesrätin Verena Dunst weist auf Verhaltensempfehlungen für empfindliche Personen hin und appelliert an die BürgerInnen zur Schadstoffreduktion beizutragen.

Pünktlich mit der ersten Hitzewelle gibt es auch die Überschreitungen von Grenzwerten beim Luftschadstoff bodennahes Ozon. Während uns das Ozon hoch in der Stratosphäre wie eine Sonnenbrille vor der schädlichen UV – Strahlung schützt, wirkt die Ozonbelastung der Atemluft reizend auf die Lungen und beeinträchtigt das Wohlbefinden.

Aktuelle Situation

Der Großraum Wien mit der hohen Verkehrsbelastung, nicht zuletzt durch die vielen Pendler aus der Region, sorgt im Sommer für hohe Belastungen im Umland, dort, wohin das entstehende Ozon verfrachtet wird. Üblicherweise wird zwar das Burgenland nur in geringerem Ausmaß betroffen, ist aber Mitverursacher durch Abgasemissionen aus dem Verkehr und kleinen Quellen.

Aktuell ist lediglich der Bereich Schwechat mit einer Überschreitung der „Informationsschwelle“ betroffen. Ein Messwert von 192 µg/m³ hat den Schwellenwert von 180 µg/m³ deutlich überschritten. Auch der Bereich Hainburg liegt mit 173 µg/m³ nahe am Schwellenwert. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass die schadstoffbelasteten Luftmassen auch das Nordburgenland mit der Parndorfer Platte erreichen.

Wie wird sich die Situation weiter entwickeln?

In den Abendstunden ist generell mit einem Rückgang der Ozonkonzentrationen zu rechnen, da das Ozon bei nachlassender UV – Strahlung wieder in die Vorläufersubstanzen zerfällt. Spätestens mit dem Eintreffen der für Donnerstag prognostizierten Umstellung der Wetterlage und dem Durchzug einer Front ersetzt frische Luft die belasteten Luftmassen in Ostösterreich.

Empfehlungen zu freiwilligen Verhaltensweisen

Obwohl die gemessenen Ozonwerte keine direkte Gefahr für die Menschen darstellen und der normale Aufenthalt im Freien, wie beispielsweise Spazieren, Baden oder ähnliches auch für empfindliche Personen unbedenklich ist, sollte die Bevölkerung die Berichterstattung verfolgen und bei überschrittenen Schwellenwerten entsprechende Maßnahmen treffen: „Bei erhöhter Ozonbelastung sollte man sich wie bei extremer Hitze verhalten. Das bedeutet: an kühlen, schattigen Plätzen aufhalten, Haut und Körper vor übermäßiger Sonneneinstrahlung schützen, den Körper durch Duschen regelmäßig abkühlen, sehr viel Trinken (alkoholfreie Getränke) und auf Säuglinge, Kinder, ältere Personen und Kranke in seinem Umfeld achten,“ betont die zuständige Umweltschutzlandesrätin Verena Dunst.

Was kann der Einzelne tun?

Ein guter Teil der Ozonvorläufersubstanzen kommt aus vielen kleinen Quellen wie z.B. Privatautos und Haushalten. „Jede Burgenländerin und jeder Burgenländer kann mithelfen, Schadstoffe zu reduzieren!“, sagt Landesrätin Verena Dunst.
  • Der umweltfreundlichste Kilometer ist der nicht gefahrene Kilometer.

  • Warmwasserbereitung im Sommer ist mit Sonnenenergie am billigsten und umweltfreundlich.

  • Abfälle aus Haus und Garten dürfen nicht verbrannt werden – kompostieren bringt wertvollen Dünger.

  • Lacke und Lösemittel auf Wasserbasis schonen die Umwelt und die eigene Gesundheit.


Hintergrundinformation

Das Burgenland ist in zwei Ozonüberwachungsgebiete gegliedert, Ozonüberwachungsgebiet 1 (Wien, Niederösterreich und das nördliche und mittlere Burgenland), Überwachungsgebiet 2 (Südburgenland und Steiermark)

Das Ozongesetz schreibt die Information der Bevölkerung über ORF, Telefontonband und Internet bei Überschreiten eines Einstundenmittelwertes von 180 µg/m³ an nur einer Station im jeweiligen Ozonüberwachungsgebiet vor.

Beim Überschreiten einer Alarmschwelle von 240 µg/m³ als Einstundenmittelwert muss die Öffentlichkeit gewarnt werden.

Definition der Luftqualität für Ozonbelastung

  • Stufe 1 „sehr gute Luftqualität“: kein Achtstundenmittelwert erreicht oder überschreitet den Zielwert von 120µg/m³

  • Stufe 2 „belastet“: in den letzten 24 Stunden überschreiten Achtstundenmittelwerte 120µg/m³, der Wert für die Informationsschwelle von 180µg/m³ als Einstundenmittelwert wird nicht erreicht oder überschritten

  • Stufe 3 „stark belastet“: Ein Einstundenmittelwert von 180 µg/m³ wird überschritten, jedoch kein Wert höher als 240µg/m³

  • Stufe 4 „sehr stark belastet“: Einstundenmittelwerte größer 240µg/m³ werden gemessen.

Zur Schaffung eines Rechtsinstrumentes zur Abwehr der Ozonbelastung und zur Information der Bevölkerung über hohe Ozonbelastungen wurde 1992 das Ozongesetz, BGBl. Nr 210/1992, erlassen.

Mit diesem Gesetz wurden unter anderem Bestimmungen zur Messung der Ozonkonzentration in der Luft, eine Vorwarnstufe und Warnstufen für die Warnung der Bevölkerung vor überhöhter Belastung sowie langfristige und kurzfristige Maßnahmen zur Reduktion der Ozonbelastung festgelegt.

Das Ozongesetz und die Verordnungen zum Ozongesetz wurden beim EU – Beitritt Österreichs als Umsetzung der Richtlinie über die Luftverschmutzung durch Ozon, 92/72/EWG, notifiziert.