Erstellt am 11. Juni 2012, 15:30

Photovoltaikanlagen mit Bürgerbeteiligung geplant. Das Burgenland will bis 2020 rund 55 Prozent seines Energiebedarfs aus erneuerbarer Energie abdecken. Derzeit liege man auf dem Weg zur Autarkie bei Strom, Wärmebedarf und Treibstoff mit einem Anteil von 38,5 Prozent hinter Tirol, Salzburg und Kärnten an vierter Stelle, sagte Landeshauptmannstellvertreter Franz Steindl am Montag vor Journalisten in Eisenstadt.

Im Bereich Photovoltaik wolle er vorerst mit 17 Gemeinden ein Projekt auf Basis eines Bürgerbeteiligungsmodells starten. Dabei sollen auf öffentlichen Dachflächen Photovoltaikanlagen im Ausmaß von etwa 200 Quadratmetern pro Gemeinde errichtet werden, erläuterte Steindl.

Bürgern, die sich an dem Projekt finanziell beteiligen, werde man eine noch zu errechnende Rendite zukommen lassen, so der Landeshauptmannstellvertreter. Die Projektabwicklung soll über das Europäische Zentrum für Erneuerbare Energie in Güssing erfolgen. "Wir starten mit hoher Wahrscheinlichkeit vor dem Sommer", meinte Steindl. Betreffs des Einspeistarifs solle es noch Gespräche mit Wirtschafts-und dem Umweltminister geben.

Im Burgenland seien derzeit 214 Windräder in Betrieb und weitere 210 in Bau. "Das bedeutet, wir werden Ende 2012, Anfang 2013 die Windenergie ausgeschöpft haben. Mehr ist wahrscheinlich dann nicht mehr möglich", so der Landeshauptmannstellvertreter. Deshalb müsse man auch andere Potenziale nützen. 52 Biomasseanlagen produzierten derzeit im Burgenland Wärme. 25 Biomasse- und -gasanlagen erzeugen auch Strom.

"Die Energieautonomie können wir nur erreichen, wenn wir zusätzlich bis zu 20 Prozent Energie einsparen können", erklärte Steindl. Im Bereich der Lichttechnik, aber auch bei der Wärmedämmung sei man in diesem Bereich gut unterwegs.

Österreich wolle bis 2050 bei Strom, Wärme und Treibstoffen energieautark werden, so Umweltminister Niki Berlakovich (V). Eine Studie belege, dass dieses Ziel machbar sei. Dafür sei allerdings Energiesparen eine Grundvoraussetzung: Ein Drittel der Gesamtenergieverbrauchs in Österreich gehe mit Warmwasserbereitung und Kühlung auf die Raumwärme zurück. Rund 1,5 Millionen zwischen 1900 und 1980 in Österreich erbaute Gebäude seien "große Energiefresser", erläuterte Berlakovich. Ziel sei es, die Sanierungsrate bei Gebäuden von ein auf drei Prozent zu steigern und bei Neubauten hohe Klimaschutzstandards anzuwenden.

Politisch solle dies durch eine Vereinbarung mit den Ländern über die verpflichtende Ökologisierung der Wohnbauförderung sowie mit der Sanierungsoffensive des Bundes umgesetzt werden. Von 2011 bis 2014 stelle die Bundesregierung dafür je 100 Millionen Euro zur Verfügung.