Erstellt am 05. März 2013, 11:25

Richtig Heizen mit System. Derzeit liegen vor allem Biomasse-Heizungen, Wärmepumpen, aber auch Photovoltaikanlagen im Trend. Vor dem Kesseltausch oder dem Wechsel des Energieträgers sollte auch an eine thermische Sanierung gedacht werden.

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Die Gründe für Hausbesitzer, bei bewährten Heizsystemen zu bleiben oder diese zu tauschen, können sehr unterschiedlich sein. Hier spielt neben dem Verbrauch auch der Komfort eine wesentliche Rolle.
Doch die Entscheidung sollte gut überlegt sein. Denn eine große Vielfalt an Heizsystemen wartet auf die Hausbesitzer. Vom Gemeindenetz bis hin zu Pelletsöfen oder Biomasseheizungen: Breiter könnte das Angebot am Markt kaum sein.

„In vielen Häusern gibt es noch Heizräume. Wenn die Möglichkeit besteht, sich an das Gemeinde-Heizungsnetz anzuschließen, entscheiden sich viele dafür“, erklärt Gustav Schranz, Energieberater der EVN. Der Grund: Ein zusätzlicher Raum wird gewonnen, der für Partybereich und Co. genutzt werden kann.
Aber eines steht für den Experten ganz klar fest: „Bevor ich an einen Heizungstausch denke, sollte ich zuerst einmal meinen Verbrauch minimieren und den Heizwärmebedarf reduzieren. Das ist wichtiger als alles andere.“
Geschoßdecken- oder Dachdeckendämmungen, ein Vollwärmeschutz bei Fassaden oder auch eine Fensteroptimierung können sich positiv auf die Heizkosten auswirken. „Vor allem die Geschoßdeckendämmung kann mit ganz einfachen Mitteln durchgeführt werden. Platten dafür gibt es in jedem Baumarkt. Das ist dann eine schnelle Methode, um Energie zu sparen“, so Schranz.

Je nach finanziellen Mitteln und nach Sanierungsvariante kann man 30 bis 70 Prozent der Heizkosten sparen. Hier gilt es natürlich, die optimale Sanierungsvariante für das Gebäude zu finden. Althauskredit und Sanierungscheck greifen bei diesen Projekten den Bauherrn unterstützend unter die Arme.
„Je mehr man verbessert, desto höher wird auch die Anerkennung der Förderung sein. Es gibt zwar Obergrenzen, aber da muss man sich erkundigen“, meint der Profi. Im Trend liegen derzeit Biomasse-Heizungen.
Aber auch bei Photovoltaikanlagen und Wärmepumpentechnologien kann Schranz eine erhöhte Nachfrage erkennen. Die Art des Energieträgers muss individuell abgestimmt werden. Es ist nicht überall alles möglich. Oft kommt man mit einer Kombination zum richtigen Ergebnis, wie Schranz aus der Erfahrung weiß: „Bei bestehenden Gasheizungen kann man überlegen, zusätzlich eine Photovoltaikanlage zu installieren.“

Energiespartipps für das Heizen

  • Individuelle Wärme für Räume:
Nicht jeder Raum braucht die gleiche Wärme. Zum Schlafen benötigen wir weniger Wärme als im Wohnzimmer oder im Bad. Gemeinhin sind folgende Temperaturen sinnvoll:
Wohnzimmer: 20 bis 22 Grad
Schlafzimmer: 16 bis 18 Grad
Kinderzimmer: 20 Grad
Badezimmer: 24 Grad

  • Heizung nie ganz abstellen:
Warme Räume sollten nicht auskühlen, sobald sie einmal aufgeheizt sind. Eine konstante Durchschnittstemperatur ist kostensparender als ständiges Aufheizen und Auskühlen.

  • Urlaub für die Heizung:
Bei längerer Abwesenheit, wie zum Beispiel im Urlaub, sollte die Raumtemperatur abgesenkt werden. Es genügen 15 Grad Raumtemperatur oder sogar weniger.
m Regelungen für die Nacht:
Eine Nachtabsenkung der Heizung bei gut gedämmten Häusern (optimale Absenkung um 2° C) bringt in der Regel keine Heizenergieersparnis, da die gleiche Menge Energie beim Aufheizen benötigt wird.

  • Wartung der Heizkörper:
Eine Entlüftung der Heizkörper wird empfohlen. Geringe Mühe – große Wirkung: Luft in der Leitung kann bis zu 15 Prozent mehr Energie kosten.

  • Wärme im Raum behalten:
Auch schlecht abgedichtete Fenster kosten Energie. Dabei hat der Hausherr zwei Möglichkeiten: Entweder man klebt ein Dichtungsband auf, das in relativ kurzer Zeit wieder erneuert werden muss. Oder man bringt ein Dichtungsprofil am Fensterrahmen an.
Durch unnötig häufiges und langes Fensteröffnen geht viel Wärme unkontrolliert verloren. Daher in regelmäßigen Abständen kurz, aber kräftig lüften.

Querlüftung:
Wenn möglich, immer zusätzlich gegenüber liegende Fenster oder Türen öffnen, damit ein Durchzug entsteht. Dauer: 2 - 4 Minuten.

Stoßlüften:
Die Fenster vollständig öffnen, Dauer: 4 - 8 Minuten.
Fenster halb geöffnet beim Lüften, Dauer: 8 - 15 Minuten.

  • Wärmehindernisse vermeiden:
Heizungsradiatoren nicht mit Vorhängen abdecken, da eine optimale Luftzirkulation unterbunden wird und der Energieaufwand um bis zu 40 Prozent steigen kann. Optimal ist, wenn der Vorhang nur bis zu ca. 5 Zentimeter über den Heizkörper reicht und sich somit die Wärme ungehemmt ausbreiten kann. (Quelle: EVN)


x  |  NOEN, EVN
Gustav Schranz

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