Erstellt am 13. Februar 2014, 14:52

Richtiges Heizen bringt "Kohle". "Gesunde" Wärme ist förderbar. Wer auf erneuerbare Energie setzt, kann in Niederösterreich um finanzielle Unterstützung ansuchen. Auch ein einmaliger Heizkostenzuschuss ist möglich.

Wer beim Heizen auf erneuerbare Energie setzt - beispielsweise mit einer Pelletsheizung - kann um eine Förderung ansuchen.  |  NOEN, Wodicka
Ein überwiegender Teil der österreichischen Luftschadstoffe (bei den Treibhausgasen über 80 Prozent) entstehen durch die Umwandlung fossiler Brennstoffe in Wärme.
Um Emissionen beim Heizen zu reduzieren, gilt es daher, Kohle, Öl oder Gas – wenn möglich – durch erneuerbare Energieträger, wie etwa Biomasse oder Wärmepumpen, zu ersetzen.

Punkte sammeln, Förderung erhalten

Im Zuge der niederösterreichischen Wohnungsförderung gibt es verschiedene Möglichkeiten, eine Heizungsförderung in Anspruch zu nehmen.
Grundsätzlich werden Heizungsanlagen mit festen biogenen Brennstoffen, Wärmepumpenanlagen und der Anschluss an Fernwärmenetze (die mit überwiegend biogenen Brennstoffen betrieben werden) in zwei Bereichen vom Land Niederösterreich gefördert:
 
  • Eigenheimerrichtung:

Wer neu baut, kann – unter bestimmten Voraussetzungen – die Förderung der Errichtung von Eigenheimen erhalten. Die Förderung wird in Form eines Darlehens mit einer Laufzeit von 27,5 Jahren vergeben und ist mit einem Prozent jährlich im Nachhinein verzinst. Der Betrag setzt sich aus der Familienförderung, aus einem Punktesystem für nachhaltige Bauweise sowie einem Bonus Lagequalität zusammen.

Die wichtigsten Voraussetzungen – und hier kommt die Art der Heizung ins Spiel: ein Mindeststandard beim Heizwärmebedarf (HWB) sowie die Verwendung innovativer klimarelevanter Heizsysteme. Außerdem darf man ein höchstzulässiges Jahreseinkommen nicht überschreiten. Insgesamt kann man 100 Punkte zu 300 Euro pro Punkt erhalten. Davon für die Heizungsanlagen mit festen biogenen Brennstoffen, die Wärmepumpenanlagen und die biogene Fernwärme jeweils 20 Punkte.

Folgendes ist zu beachten: Eine der Fördervoraussetzungen beim Neubau ist auch, dass man die Heizungsanlage (ausgenommen ist der Anschluss an Fernwärme) mit einer Solaranlage beziehungsweise mit einer Photovoltaikanlage kombinieren sollte.

 
  • Eigenheimsanierung:

Diese Förderung basiert auf einem nicht rückzahlbaren Zuschuss zu einem Darlehen. Wie auch bei der Förderung für die Eigenheimerrichtung werden – anhand eines Punktesystems – die förderbaren Sanierungskosten ermittelt.
Diesen Betrag muss man als Darlehen mit mindestens zehn Jahren Laufzeit aufnehmen. Die Förderung besteht aus einem jährlichen Zuschuss von drei Prozent der förderbaren Sanierungskosten über diesen Zeitraum.

x  |  NOEN, Wodicka


Für die Zuerkennung einer Förderung ist die Berechnung eines Energieausweises erforderlich. Die sogenannte „Bonus-Sanierung“ sieht bei einer Verbesserung des Heizwärmebedarfs um mindestens 40 Prozent 55 Punkte vor. Bei 60 Prozent oder mehr gibt es 70 und bei 80 Prozent und mehr bis zu 90 Punkte.

Bei der „Basis Sanierung“ im Rahmen der Eigenheimsanierung sind grundsätzlich 25 Förderungspunkte möglich. Sie erhält man, wenn Maßnahmen gesetzt werden, die keine Auswirkung auf die Energiekennzahl beziehungsweise den Heizwärmebedarf haben oder die Energiekennzahl nur um weniger als 40 Prozent verbessert wurde (beispielsweise beim Tausch einzelner Fenster).

Wird im Rahmen der Eigenheimsanierung, sowohl bei der „Bonus Sanierung“ als auch bei der „Basis Sanierung“, ebenfalls eine Heizungsanlage mit festen biogenen Brennstoffen oder eine Wärmepumpenanlage errichtet, erhält man zusätzlich 20 Punkte. Auch hier ist die Kombination an eine Solar- beziehungsweise Photovoltaikanlage vorgesehen – wobei es für diese Maßnahmen auch Punkte gibt.


Ein Zuschuss zu den Heizkosten

Abgesehen von den genannten Förderungen können sozial bedürftige Personen auch einen Heizkostenzuschuss erhalten. Dieser beträgt für diese Heizperiode einmalig 150 Euro.
Der Heizkostenzuschuss kann auf dem Gemeindeamt des jeweiligen Hauptwohnsitzes bis 30. April 2014 beantragt werden.

Wer den Antrag auf diesen finanziellen Zuschuss stellen kann, zeigt die folgende Übersicht:
 
  • Ausgleichszulagenbezieher,
 
  • Bezieher einer Mindestpension (nach § 293 ASVG),
 
  • Bezieher einer Leistung aus der Arbeitslosenversicherung, die als arbeitssuchend gemeldet sind und deren Arbeitslosengeld / Notstandshilfe den Ausgleichszulagenrichtsatz nicht übersteigt,
 
  • Bezieher von Kinderbetreuungsgeld, der NÖ Familienhilfe oder des NÖ Kinderbetreuungszuschusses, deren Familieneinkommen den Ausgleichszulagenrichtsatz nicht übersteigt,
 
  • und sonstige Einkommensbezieher, deren Familieneinkommen den Ausgleichszulagenrichtsatz nicht übersteigt.
 

Kontakt NÖ Wohnungsförderung (Eigenheimerrichtung und -sanierung):

Antworten auf alle Fragen zur Wohnbauförderung in Niederösterreich gibt es telefonisch unter: 02742 / 22 133Die NÖ Wohnbau-Hotline ist Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr und am Freitag von 8 bis 14 Uhr erreichbar.Aktuelle Informationen zu allen Themen rund ums Bauen und Wohnen findet man auch online unter: www.noe.gv.at



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