Erstellt am 17. Mai 2013, 08:54

Roboter erobern AKW Zwentendorf. Forscher des Biorobotics Lab der Carnegie Mellon University testen Schlangen-Roboter im AKW Zwentendorf

Forscher des Biorobotics Lab der Carnegie Mellon University testeten im AKW Zwentendorf ihren Schlangen-Roboter.  |  NOEN, EVN
Das Forscher-Team des Biorobotics Lab der Carnegie Mellon University, unter Prof. Howie Choset, arbeitet derzeit an der Entwicklung von sogenannten Schlangen-Robotern, die durch enge Zugänge geschickt werden können, um den dahinter liegenden Raum zu erkunden.



Ein wichtiges Werkzeug, wenn beispielsweise ein Gebäude einstürzt. „Bei eingestürzten Gebäuden entwickeln sich oft Hohlräume mit Überlebenden, die nur durch schmale Zugänge erreichbar sind. Derzeitige Technologien erlauben es nicht in tiefere Schichten vorzudringen und wir hoffen, dass Schlangen-Roboter eines Tages diese Rolle erfüllen können.“ erklärt Florian Enner, früherer Student der Fachhochschule Salzburg und Mitglied des Forschungs-Teams. Die Schlangen-Robotern könnten durch diese Zugänge durchkriechen und sich dann auf der anderen Seite bewegen.

Ein anderes Anwendungsgebiet sind Kraftwerksinspektionen. Bis dato hatten die Forscher vor allem mit kalorischen Kraftwerken zu tun. Anwendungsbedarf gibt es aber auch in Atomkraftwerken mehr als genug.
EVN Sprecher Stefan Zach: „In einem Atomkraftwerk haben wir zahlreiche Stellen, die für Mitarbeiter nur schwer oder gar nicht zugänglich sind und die mit der derzeitigen Technik kaum inspiziert werden können. In Zwentendorf gibt es durch das eingerichtete Trainingszentrum gute Rahmenbedingungen für die Tests der Schlangen-Roboter.“
Dank der Roboter könnte man etwa Turbinen oder Kesseln während geplanten Instandhaltungsarbeiten inspizieren und Problemstellen finden. Das hilft ungeplante Ausfallzeiten zu vermeiden.

Roboter, die derzeit für Inspektionen zum Einsatz kommen, sind in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt: Einige Maschinen können leicht zu einem Ziel fahren, passen aber nicht durch kleine Öffnungen. Andere Systeme, wie Endoskope sind da flexibler, bei engen Kurven oder vertikalen Rohrleitungen aber nur begrenzt einsetzbar. Schlangen-Roboter bieten die Möglichkeit diese Schwachstellen zu verringern.
Das Ziel der beiden Test-Tage ist klar: „Wir möchten sehen, ob unsere derzeitige Entwicklungsrichtung stimmt und wie weit wir mit unseren derzeitigen Entwicklungsstand kommen.“, so Enner.
Weitere Informationen zu den Schlangenrobotern: http://biorobotics.ri.cmu.edu/applications/powerplantApplication.html