Erstellt am 05. März 2013, 11:36

Schön und warm: Ein Ofen für das ganze Haus. Sie knistern und sorgen für kuschelige Wärme im Raum. Welche Eigenschaften Kachelöfen noch haben, verrät Thomas Schiffert, der Geschäftsführer des Österreichischen Kachelofenverbands.

»Kachelöfen machen vor allem im Passivhausbereich Sinn«, weiß Experte Thomas Schiffert  |  NOEN, Kachelofenverband
NÖN: Wie viele Kachelöfen gibt es in Niederösterreich?
Schiffert: Es gibt derzeit rund 90.000 bestehende und 2.400 neue Öfen kommen jedes Jahr dazu. Ungefähr jeder dritte Haushalt in Niederösterreich heizt mit Holz.

Wie wirkt sich die Konjunkturlage auf die Nachfrage aus?
Sehr positiv. Weil die Leute lieber in reale Werte investieren als in unsichere Finanzwelten. Außerdem ist ein Kachelofen eine sehr gute Maßnahme, um die Betriebskosten auf lange Sicht zu senken.

 

"Kachelöfen haben eine Lebensdauer von  30 Jahren"

Wohin geht der Trend?
Aufgrund steigender Energiekosten wird die Heizfunktion immer bedeutender. Die optische Funktion ist heute eher ein Teilaspekt.

Was ist der Unterschied zwischen einem Kachelofen und einem Schwedenofen?
Im Gegensatz zum Kachelofen geben Schweden- oder Kaminöfen nur dann Wärme ab, wenn das Feuer brennt.

Wann macht ein Kachelofen in einem Haus Sinn?
Grundsätzlich gilt: Je besser ein Gebäude gedämmt ist, desto mehr bringt der Kachelofen für die Energiegewinnung. Scheitholz macht vor allem dort mehr Sinn, wo man weniger Energie braucht, zum Beispiel im Passivhausbereich.

Kachelöfen sind nicht gerade billig. Ab wann rentieren sie sich?
Das kann man so nicht sagen, denn die Preispanne ist enorm groß. Fix ist, dass ein Kachelofen eine Lebensdauer von mindestens 30 Jahren hat.

Kann ein Kachelofen auch als Ganzhausheizung dienen?
Ja, vor allem Niedrigenergiehäuser können heute problemlos durch einen Kachelofen beheizt werden. Der ist dann meistens mit einer elek-tronischen Steuerung ausgestattet, die die Luftzufuhr bei Pellets oder Scheitholz automatisch regelt. Die gewonnene Wärme wird dann zum Beispiel über Wandflächenheizungen im ganzen Haus verteilt.

Österreich hat eine lange Kachelofentradition. Wie hat sich die Technologie weiterentwickelt?
Früher musste immer jemand zu Hause sein, um Holz nachzulegen und den Kachelofen abzusperren. Bei den modernen Geräten muss man höchstens einmal am Tag nachlegen, und außerdem verfügen sie fast immer über eine Absperrautomatik. Auch hat sich die Verbrennungsqualität in den vergangenen Jahren enorm verbessert.

Wie oft sollte ein Kachelofen gewartet werden?
Alle zwei bis fünf Jahre, je nach Intensität der Nutzung. Am besten lässt man sich vom Hafner beraten. Der gibt nach dem Einbau auch eine Einschulung für die Benutzung.

Wie schaut es mit Förderungen für Kachelöfen aus?
Bei der aktuellen NÖ Eigenheimförderung, die mittels eines Punktsystems ermittelt wird, wird der Kachelofen berücksichtigt. Dabei kann eine maximale Fördermittelhöhe von 30.000 Euro beziehungsweise bei Passivbauweise von 50.000 Euro erreicht werden. Diese Förderung erfolgt in Form eines Darlehens des Landes Niederösterreich mit einer Laufzeit von 27,5 Jahren und einer einprozentigen Verzinsung. Auch bei Sanierungen wird ein Kachelofen unter denselben Voraussetzungen berücksichtigt.

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