Erstellt am 30. September 2013, 15:17

Sparen beim Hausbauen. Der Bau eines eigenen Hauses ist teuer, so viel ist fix. Dennoch lässt sich einiges an Kosten sparen.

Wer sich seinen Traum vom eigenen Haus erfüllen möchte, auf den kommen große Kosten zu. 250.000 bis 300.000 Euro müssen – grob geschätzt – für ein durchschnittliches Einfamilienhaus ausgelegt werden. Damit der Hausbau nicht zur Kostenfalle wird, sollten sich Bauherren einige Spartipps zu Herzen nehmen.
Ganz am Beginn der Planungsphase muss die Erstellung eines genauen Bauplans stehen. Unbedingt auch etwaige Warte- und Trocknungszeiten bedenken. Denn jede weitere (ungeplante) Bauverzögerung schlägt mit den Kosten für eine wohnliche Übergangslösung zu Buche.

Der wichtigste Einsparungsfaktor ist definitiv die Größe des Hauses. Als Faustregel gilt: Jeder zusätzliche Quadratmeter schlägt mit rund 1.500 Euro an Mehrkosten zu Buche. Daher sollten sich die Bauherren gleich zu Beginn die Frage stellen, wie viel Platz im neuen Haus tatsächlich benötigt wird. Außerdem muss unbedingt geklärt werden, wie die einzelnen Räume später genutzt, möbliert und geheizt werden sollen. Außerdem sollte man sich auch die Frage stellen, ob man etwa auf einen Keller verzichten kann. Oder: Reicht statt einer Garage auch ein Carport?
Nicht zu früh auf eine spezielle Bauweise oder auf bestimmte Materialien festlegen, kann ebenfalls bares Geld sparen. Besser ist, sich in der Planungsphase von einem neutralen und objektiven (!) Experten beraten zu lassen. Bei jedem einzelnen Arbeitsschritt, also bei Auftrag an jeden einzelnen Handwerker, sollten auf jeden Fall mehrere Angebote vorliegen.

Kostenunterschiede unbedingt überprüfen

Aber vorsicht: Genau überprüfen, wie Kostenunterschiede bei den einzelnen Angeboten entstehen! Wurde etwa mit verschiedenen Materialien oder einer kürzeren Arbeitszeit kalkuliert, muss die Mehrwertsteuer erst hinzugerechnet werden oder ist einer der Anbieter tatsächlich günstiger?
Wichtig ist auch, sich selbst und die Eigenleistung nicht zu überschätzen. Zum einen können durch unprofessionelles Arbeiten im Nachhinein große Kosten entstehen, wenn etwa Ausbesserungsarbeiten durchgeführt werden müssen. Zum anderen sollte auch bedacht werden, dass eine Schlüsselperson durch Krankheit ausfällt – dies können auch nicht direkt am Bau beteiligte Personen wie die Oma, die die Kinder beaufsichtigt, sein.

Nicht alles muss sofort erledigt werden

Eine der größten Gefahrenquellen für die Einhaltung ihres geplanten Baubudgets ist die Einstellung „man baut nur einmal“. Viele lassen sich von der Idee fehlleiten, auf „das bisschen Mehrpreis“ käme es nicht an. Wer aber bei jedem Budgetposten um fünf Prozent mehr ausgibt, hat insgesamt mehrere Tausend Euro zusätzlich ausgegeben als ursprünglich geplant. Aufgeschoben ist hier aber noch lange nicht aufgehoben.
Um Geld zu sparen, kann man etwa mit dem Fliesnen von Garage und Keller noch warten, auch Garagentore müssen nicht sofort angeschafft werden. Wer etwa einen Wintergarten haben möchte, kann Platz für diesen ja einplanen und ihn erst im Nachhinein, wenn wieder etwas mehr Geld vorhanden ist, nachrüsten.
Generell sollten sich Häuslbauer nicht immer das Allerbeste einreden lassen. Es muss nicht in jedem Raum eine Fußbodenheizung sein, Heizkörper sind um einiges günstiger. Hier muss aber darauf geachtet werden, welche Heizungsart verwendet wird: Von Heizkörpern ist nämlich etwa bei Wärmepumpenheizungen abzuraten, da deren Wirkungsgrad durch Heizkörper-Einsatz sinkt.

Damit es kein unsanftes Erwachen aus dem Bauherren-Traum gibt, müssen im Vorhinein auch Kosten überdacht werden, die nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind. Ein Beispiel sind Kosten für die Entsorgung von Bauschutt. Unbedingt auch die Verpflegung der Arbeiter mit einkalkulieren.
Bei Aufnahme eines Kredits sollte keineswegs zu knapp kalkuliert werden. Es sollte keinesfalls damit spekuliert werden, durch Gehaltserhöhungen mehr zurückzahlen zu können. Denken Sie auch an die Zukunft: Etwa können tägliche Dinge des Lebens in einigen Jahren teurer sein, die Kinder wollen eine höhere Schule besuchen, die möglicherweise mehr kostet ...
Außerdem ist davon abzuraten, Urlaubs- und Weihnachtsgeld für Rückzahlungen zu verplanen. Besser ist es, dieses Geld als Puffer für unvorhergesehene Ausgaben wie eine kaputte Waschmaschine zu verwenden.


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