Erstellt am 14. Juni 2011, 07:52

Spaziergänger. VON TINA WESSIG

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VON TINA WESSIG


Zickig reagieren sie nur auf zu viel Sonne und Trockenheit. Bietet man ihnen aber einen gleichmäßig feuchten, hellen Standort ohne direkte Sonne, wachsen Fuchsien im wahren Wortsinn über sich hinaus und entwickeln sich zu überirdischer Pracht. Fuchsien haben weltweit begeisterte Fans – und das ist bei der Artenvielfalt kein Wunder: Die üppigen Blüten gibt es in unterschiedlichen Variationen, von Zartrosé, mit Weiß kombiniert, bis zu dem typischen Fuchsia-Ton, in Pink, Rot, Violett, einfärbig und zweifärbig, gefüllt oder halbgefüllt.

Elf-Zentimeter-Blüten und  eine bewegte Geschichte

Ursprünglich bewohnte die Fuchsie die Bergwälder Mittel- und Südamerikas. Entdeckt hat sie im Jahr 1695 der französische Forschungsreisende Charles Plumier in der heutigen Dominikanischen Republik; den Namen „Fuchsie“ gab er ihr zu Ehren des deutschen Botanikers Leonhart Fuchs. Im 19. Jahrhundert wurden Fuchsien zu begehrten Zierpflanzen und heute sind sie von unseren Terrassen und Balkonen nicht mehr wegzudenken. Durch züchterische Sorgfalt sind viele atemberaubende Sorten entstanden: Darunter „Winzlinge“ wie etwa die Fuchsia miniflora, deren Blüten nicht größer als vier Millimeter sind oder aber die größte Fuchsienblüte namens „Pink Marshmallow“, die stattliche neun Mal elf Zentimeter misst.

Wichtig: Auf die richtige  Luftfeuchtigkeit achten

Ist es zu feucht, können die Pflanzen von der Grauschimmelfäule befallen werden. Fuchsienrost ist ebenfalls gefährlich, er nützt Weidenröschen als Zwischenwirt – daher beim Kultvieren beachten, dass keine Standortnähe besteht!

Zur Wurzelfäule kann es kommen, wenn zu wenig gegossen wird und die Faserwurzeln absterben. Wird dann wieder gegossen, verfaulen die Wurzeln und bieten Pilzen ideale Wachstumsbedingungen. Zu den tierischen Schädlingen, die der Fuchsie zu Leibe rücken können, zählen Blattläuse – sie entziehen der Pflanze Zellsaft, dies macht sich durch Blattverkrüppelungen bemerkbar. Achtung auch vor Spinnmilben, Weißen Fliegen, Wespen, Ohrwürmern und Wanzen, die ebenfalls den Zellsaft trinken; Zikaden und Raupen richten hingegen Fraßschäden an. Und sogar Mäuse sollen schon dabei beobachtet worden sein, wie sie die Blüten anknabberten, um an den verlockenden, süßen Nektar zu gelangen …

Wer mehr wissen will, sollte das Pielachtal ansteuern: Am 15. Juni (18 Uhr, Kirchberg, GH Mahrer) gibt’s einen Dia-Vortrag, am Freitag, 17. Juni, um 15 Uhr referiert Werner Gamerith über „Gärten als kleine Ökosysteme“ (Kirchberghalle, Pielachsaal). Parallel dazu blüht und duftet es bei der Fuchsien-Ausstellung (17. bis 19. Juni, 9 bis 18 Uhr) im Schlosspark Kirchberg, wo über 30 Aussteller über 400 verschiedene Fuchsienarten präsentieren.