Erstellt am 05. Juli 2013, 13:19

Steigender Bedarf an Naturwärme in Tulln. EVN erweitert in der Klimabündnisgemeinde ihr Biomassefernheizwerk.

v.l.n.r.: Umweltgemeinderätin Susanne Stöhr-Eißert, EVN Wärme Geschäftsführer DI Alfred Freunschlag, EVN Projektleiter Ing. Karl Flor, Abteilungsleiter Wasserwirtschaft und Umwelt Johannes Sanda, Bürgermeister Mag. Peter Eisenschenk  |  NOEN, PAUL PLUTSCH 3241KIRNBERG
Das Biomassefernheizwerk Tulln wurde im Jahr 2004 von der EVN errichtet. Die Stadtgemeinde Tulln hat schon damals entschieden, öffentlichen Gebäude an die Biomasse-Fernwärmeanlage anzuschließen. Neben vielen Wohnungen und öffentlichen Anlagen werden auch große Gewerbebetriebe über ein mehr als 12 Kilometer langes Netz mit umweltfreundlicher Fernwärme versorgt.
 „Vor allem durch das hohe Wachstum am Bausektor nimmt der Bedarf an Naturwärme stetig zu“, schildert Bürgermeister Peter Eisenschenk die Situation in seiner Gemeinde. Für die nachhaltige Versorgung müssen die Erzeugungskapazitäten erweitert werden – ein zweiter Biomasse-Kessel mit einer Leistung von 5.000 kW wird installiert.
 Für diesen Umbau muss das gesamte Heizwerk stillgelegt werden. Um die Versorgung weiterhin zu gewährleisten, wurde ein mobiler Heizcontainer installiert und der Umbau für die warme Jahreszeit geplant. Die Arbeiten im Heizwerk und somit auch die Versorgung über den mobilen Heizcontainer werden bis Ende August 2013 andauern. Rechtzeitig vor der neuen Heizsaisn ist das Biomasse-Fernheizwerk Tulln auch für den steigenden Bedarf an umweltfreundlicher Fernwärme gerüstet.
 
Jährlich 6.200 Tonnen CO2-Einsparung
Tulln ist seit 1999 eine Klimabündnisgemeinde. „Durch die Erweiterung des Biomassefernheizwerkes können weitere in die Jahre gekommenen Öl- und Gas-Wärmeanlagen ersetzt und jährlich zusätzlich 6.200 Tonnen CO2 eingespart werden. Damit unterstreichen wir die Klimaschutzziele von Tulln. Der Ausbau der Fernwärme wird neben anderen Maßnahmen ein weiterer Schritt in eine zukunftsorientierte Entwicklung unserer Stadtgemeinde“, so Bürgermeister Eisenschenk.
In der modernen Anlage werden künftig jährlich rund 38.000 Schüttraummeter Waldhackgut aus der Region zur klimaschonenden Energieerzeugung eingesetzt.
 EVN Wärme Geschäftsführer Gerhard Sacher: „Als heimischer Energieversorger ist EVN bemüht durch nachhaltige Nutzung der heimischen Ressourcen zum Klimaschutz beizutragen. Die Stadtgemeinde Tulln leistet mit dieser Anlage einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur nachhaltigen Nutzung heimischer Rohstoffe“.
 
EVN Wärme GmbH
Der Einsatz erneuerbarer Energien ist für die EVN insbesondere im Wärmebereich seit vielen Jahren von großer Bedeutung. Die EVN betreibt heute mit Partnern aus der Landwirtschaft und der Sägeindustrie bereits über 60 Biomasseanlagen in ganz Niederösterreich. Etwa zwei Drittel der gelieferten kommunalen Fernwärme wird aus Biomasse erzeugt.
 
Mit einem Einsatz von rund 1,5 Millionen Schüttraummeter Hackschnitzel ist die EVN der größte Naturwärmeversorger aus Biomasse in Österreich.
 
Bei der Verbrennung von Biomasse wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie die Pflanzen während ihres Wachstums aus der Luft aufgenommen haben. Damit ist dieser Energieträger CO2-neutral.