Erstellt am 22. Juni 2011, 11:20

Strengere Kennzeichnung für Ökostrom soll kommen. Die E-Control will im Namen der Transparenz die Regeln für Ökostrom strenger machen. Ihre am Mittwoch zur Begutachtung eingereichte Verordnung zur Stromkennzeichnung erkennt Elektrizität aus Erneuerbaren Energien nur dann an, wenn ihre Herkunft gemäß EU-Kriterien dokumentiert wurde, sagte der Vorstand der Regulierungsbehörde Martin Graf.

Die E-Control will im Namen der Transparenz die Regeln für Ökostrom strenger machen. Ihre am Mittwoch zur Begutachtung eingereichte Verordnung zur Stromkennzeichnung erkennt Elektrizität aus Erneuerbaren Energien nur dann an, wenn ihre Herkunft gemäß EU-Kriterien dokumentiert wurde, sagte der Vorstand der Regulierungsbehörde Martin Graf.

Auswirkungen wird das vor allem auf den an Europas Strombörsen gekauften Strom geben. Diesem wird traditionell das Etikett "unbekannt" umgehängt, da elektrische Energie ohne Herkunftsnachweise gehandelt wird. Sein Anteil am österreichischen Strommix hat 2009 und 2010 17,5 Prozent betragen. Bisher wurde er nach dem Verteilungsschlüssel des europäischen Energiemix (ENTSO-E) klassifiziert.

In ihrer Verordnung nimmt die E-Control nun Strom aus Wasserkraft und Sonstigen Erneuerbaren aus diesem Verteilungsschlüssel. Der Grund: "Es muss davon ausgegangen werden, dass im Strom unbekannter Herkunft kein Ökostrom enthalten ist", so Graf. Auch Doppelzählungen würde man so vermeiden, da praktisch die gesamte heimische Wasserkraft Teil des ENTSO-E wäre.

Gemäß dem im Dezember 2010 geänderten Elektrizitätswirtschaftsgesetz (Elwog) werde daher in Zukunft der Anteil der Wasserkraft (18,9 Prozent) und der Sonstigen Erneuerbaren (7,2 Prozent) im ENTSO-E nicht mehr berücksichtigt. Dadurch erhöht sich der ausgewiesene Anteil an aus fossilen und nuklearen Quellen gewonnenen Strom auf 64,5 bzw. 35,1 Prozent - und in weiterer Folge der Anteil dieser Energieträger am heimischen Strommix.

Weiters sieht der Entwurf vor, den Bilanzierungsraum von Stromkennzeichnung und Energielieferung von einem Jahr auf ein Quartal zu verkürzen. Bisher konnte ein Versorger beispielsweise mit Herkunftsnachweisen von Jänner Stromlieferungen im Dezember belegen.