Erstellt am 20. April 2012, 11:19

Umweltdachverband will "Tabuzonen" für Windräder. Der Umweltdachverband hat prinzipiell nichts gegen Energiegewinnung aus Windkraft einzuwenden. Überall sollen Windräder aber nicht aufgestellt werden dürfen. In einem Positionspapier ist von sogenannten Tabuzonen die Rede. Das sind nicht nur Nationalparks oder UNESCO-Kulturlandschaften, sondern auch "alpintouristisch bedeutsame Gebiete" - dort also, wo der "Panoramablick" gestört werden könnte.

Der Umweltdachverband hat prinzipiell nichts gegen Energiegewinnung aus Windkraft einzuwenden. Überall sollen Windräder aber nicht aufgestellt werden dürfen. In einem Positionspapier ist von sogenannten Tabuzonen die Rede. Das sind nicht nur Nationalparks oder UNESCO-Kulturlandschaften, sondern auch "alpintouristisch bedeutsame Gebiete" - dort also, wo der "Panoramablick" gestört werden könnte.

In Österreich sollen bis zum Jahr 2020 die Windkraftkapazitäten um rund 2.000 Megawatt (MW) ausgebaut werden, derzeit sind etwas über 1.000 MW installiert. Dieses Ziel wird vom UWD unterstützt - solange der Ausbau ökologisch verträglich erfolgt. Aktuelle Diskussionen um Windkraftprojekte in Tirol, Kärnten, Oberösterreich und der Steiermark zeigten, dass es dringend entsprechende Kriterien brauche, so der UWD am Freitag. So habe die Südtiroler Landesregierung am Brenner einen Windpark mit 19 Anlagen genehmigt, deren Bau aus Sicht des UWD einen "enormen Eingriff in die sensible Landschaft auf einer Höhenlage von über 2.000 Metern" darstellen würde.

In ihrem heute vorgestellten Positionspapier listet der UWD nun Eignungsgebiete bzw. Sperrzonen für Windräder auf. Kern sind die gesetzlichen Natur- und Landschaftsschutzgebiete. Neben Nationalparks, FFH-Schutzgebieten (Fauna-Flora-Habitat), Vogelschutzgebieten, Gebieten mit hoher Bedeutung für den Fledermauszug oder Kulturlandschaften der UNESCO-Welterberegionen sollen auch "naturnahe Wälder" und "naturschutzbedeutsame Flächen" tabu sein für Windräder. Einen Anlagenbann soll es auch an "bedeutenden Wanderwegen" und Skitourenrouten sowie rund um Schutzhütten und Gipfelanstiegen geben. Dies alles, um Wanderern die Aussicht nicht zu verderben. Weiters soll es laut UWD-Papier Mindestabstände für Windräder etwa zu Brutplätzen von gefährdeten Vogelarten, Fledermaushöhlen oder "menschlichen Siedlungen" geben.

Der ehrenamtliche UWD-Präsident Gerhard Heilingbrunner will das Positionspapier nun an alle Landesregierungen sowie die Bundesregierung schicken. Am liebsten hätte er eine 15a-Vereinbarung (Bund-Länder-Vertrag), in der die Schutzzonen ausgewiesen werden, sagte er zur APA.

Das Windkraftpositionspapier wurde von allen 39 UWD-Mitgliedsorganisationen abgesegnet, dazu zählen u. a. der Alpenverein, Bird Life, das Ökosoziale Forum, das Kuratorium Wald, aber auch die IG Wind sowie der Biomasseverband.