Erstellt am 21. November 2011, 13:14

Verbund-Stromerzeugung wegen Trockenheit niedriger. Wegen der Trockenheit und der deshalb deutlich geringeren Wasserführung in den Flüssen erzeugt die Verbund AG derzeit um rund 20 Prozent weniger Strom als üblich.

Die Wasserführung ist durch die seit Wochen ausbleibenden Niederschläge noch viel stärker als ein Fünftel zurückgegangen, denn jedes Prozent weniger Wasser schlägt sich nur mit 0,5 bis 0,7 Prozent weniger Stromerzeugung nieder.

Laut Verbund-Sprecher Florian Seidl liege beim Donaukraftwerk Greifenstein (NÖ) oberhalb von Wien zum Beispiel das Wasserangebot derzeit bei lediglich 840 Kubikmeter pro Sekunde, während es dort in der Regel 1.300 m3/Sekunde seien. Dieses Minus von rund einem Drittel sei aber lediglich eine Momentaufnahme und lasse sich nicht auf längere Zeiträume hochrechnen.

In den ersten neun Monaten lag die Wasserführung des Verbund um 12 Prozent unter dem langfristigen 30-Jahres-Durchschnitt, die Stromerzeugung um 8 Prozent tiefer. Dass sich ein geringeres Wasserangebot nicht 1:1 in einer niedrigeren Stromproduktion niederschlägt, liegt daran, dass man in den Kraftwerken im Gegenzug auch von größeren Fallhöhen aufgrund des Niedrigwassers profitiert, erläuterte Seidl auch im Ö1-"Mittagsjournal".

Der Verbund als größter heimischer Stromproduzent erzeugt jährlich rund 27 Terawattstunden (TWh) Elektrizität aus Wasserkraft. Das entspricht ungefähr der Verbrauchsmenge aller Haushalte im Land.

Teurer wird der Verbund-Strom wegen der Trockenheit voererst nicht. Erst "in der Mitte des ersten Quartals 2012" wird das Unternehmen das nächste Mal zum Strompreis entscheiden. Dabei werde man "eine Entscheidung für eine Preiserhöhung treffen müssen, aber keine großen Sprünge", sagte Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber am Samstag in einem Interview mit der "Kleinen Zeitung".