Erstellt am 13. Mai 2013, 16:59

W.E.B. fordert Übergangsregelungen für projektierte Windräder. Der von Landeshauptmann Erwin Pröll geplante Widmungsstopp für Windparkprojekte stößt in der W.E.B. Windenergie AG auf Unverständnis.

Für vier bereits entwickelte Projekte im Waldviertel, die kurz vor der Flächenwidmung stehen, forderte das Unternehmen in einer Aussendung am Montag gemeinsam mit dem dortigen Wirtschaftsforum und den betroffenen Gemeinden Übergangsregelungen.

Zwar begrüße man grundsätzlich einen Zonierungsplan gegen einen Windrad-Wildwuchs, fürchte aber um die Wertschöpfung in der jeweiligen Region, so die W.E.B. Im Waldviertel wären insgesamt 21 Windkraftanlagen von einem möglichen Aus betroffen: Das sind Grafenschlag und Großgöttfritz (Bezirk Zwettl), Irnfritz-Messern (Bezirk Horn), Amaliendorf-Aalfang und Heidenreichstein (Bezirk Gmünd) sowie Groß-Siegharts (Bezirk Waidhofen a.d.Thaya).

Man habe sich stets an die Linie gehalten, den Windkraftausbau in dieser Region vorerst mit einem Windpark pro Bezirk schrittweise auszuführen, betonte W.E.B.-Vorstandsvorsitzender Andreas Dangl. "Wir haben alles richtig gemacht, die Wünsche der Landesregierung umgesetzt, das Einvernehmen mit der Bevölkerung hergestellt, und nur weil sich andere Betreiber nicht an den behutsamen Ausbau halten wollten, werden wir jetzt drei Millimeter vor der Ziellinie gestoppt."

Unverständnis wegen des geplanten Ausbaustopps käme auch aus der Bevölkerung, ließ Robert Hafner, Bürgermeister von Grafenschlag wissen: "Wir haben bei uns die Bürger von Anfang an eingebunden, alle Beschlüsse im Gemeinderat waren einstimmig, wir haben keine Gegnerschaft. Die Einspruchsfrist gegen den neuen Widmungsplan verlief ohne eine einzige Beeinspruchung. Ich werde von der Bevölkerung gefragt, wann wir endlich mit dem Bauen beginnen." Man sehe sich auch die jüngste Karmasin-Studie, in der sich 84 Prozent der betroffenen Bewohner für die Windkraft aussprachen, bestätigt.

Eine ganz andere Sichtweise teilte hingegen die Bürgerinitiative "Pro Thayatal" in einer Stellungnahme mit: Man begrüße den Windkraftausbaustopp und sehe darin eine "Rettung in letzter Sekunde", hieß es. Mit einer sorgfältigen und gewissenhaften Vorgehensweise würden sich die gesetzten Ziele auch ohne die flächendeckenden, "weitgehend landschaftszerstörenden" Eingriffe erreichen lassen, meinte Initiator Michael Moser.