Erstellt am 16. Mai 2013, 06:00

Was Gärtner richtig wurmt. Schädlinge / Besonders bei Obst und Gemüse ist es ärgerlich, wenn „Schädlinge“ uns die süßesten Früchte vor der Nase wegfressen oder Pflanzenkrankheiten die Ernte schmälern.

Der gefräßige Buchsbaumzünsler macht sich über liebevoll gepflegte Bäumchen und Hecken her.Kiss/NIG  |  NOEN, Fiona Kiss
Von Tina Wessig

Schädlinge und Pilzerkrankungen an Pflanzen machen viele Gartenbesitzer ziemlich nervös. Aber: Muss man deshalb gleich zu giftigen Insektiziden und Fungiziden greifen? Im Hausgarten kann die Antwort darauf getrost „Nein“ lauten.

Es gibt einfache, völlig harmlose Methoden, um Schäden, die die ungebetenen Gäste verursachen, in Grenzen zu halten. Schon die starke Nachfrage in der Beratung nach biologischen Methoden zur Blattlausbekämpfung lässt eindeutig einen positiven Trend erkennen.

Biologischer Pflanzenschutz setzt nämlich nicht erst mit der Bekämpfung von Schaderregern ein, sondern viel früher – nämlich mit der Schaffung optimaler Lebensbedingungen für die Pflanzen und der Ausschöpfung aller vorbeugenden Maßnahmen. Um gute Fressarbeit an Schädlingen zu leisten, muss in artenreichen Naturgärten der Tisch für Nützlinge wie Flor- und Schwebfliegenlarven, Marienkäfer und Co. aber entsprechend gedeckt sein. Doldenblütler und andere Nektarpflanzen locken diese nützlichen Insekten an. Die Larve der Florfliege etwa ist eine richtige „Fressmaschine“, die im Rahmen ihrer Entwicklung 500 bis 800 Blattläuse verspeist.

Was sind Krankheiten oder Schädlinge? 

Organismen, die zu sichtbaren Schäden oder zu verminderter Leistung bei Pflanzen führen, gelten als Schädlinge, die parallel ablaufenden Zustandsverlechterungen der Pflanze als Krankheit. Dass Viren, Bakterien oder Pilze anwesend sind, erkennt man oft nur an den Zeichen, die sie setzen. Mit bloßem Auge erkennbar sind hingegen Milben und eine ganze Reihe von Schadinsekten.

Dennoch gibt es in der Natur eigentlich die Klassifizierung in Nützlinge oder Schädlinge nicht, vielmehr handelt es sich um ein System voneinander abhängiger Mitspieler.

Natürliche oder naturnahe Ökosysteme sind in der Regel ausbalanciert, je mehr wir aber in das System eingreifen und dort die natürliche Regulation erschweren oder gar verhindern, desto leichter kommt das System aus dem Gleichgewicht. Oft genügt es schon, einfach Ruhe zu bewahren und die Natur in den nächsten Wochen für sich arbeiten zu lassen. Denn Nützlinge (wie Marienkäfer) entwickeln sich bei vorhandenen Schädlingen (wie Blattläusen) ohnehin rasant und sorgen durch ihren großen Appetit wieder für geordnete Verhältnisse.

Dazu ist aber auf den entsprechenden Boden und die richtige Sortenwahl zu achten: Gesunde Pflanzen gedeihen eben nur in gesunden, humusreichen, belebten Böden. Stark gedüngte Pflanzen enthalten hingegen viel Wasser, die Zellen sind dann sehr weich und für Schädlinge deutlich leichter zu befallen. Daher: Überdüngung vermeiden!

Außerdem auf genügend Lichteinfall und richtige Abstände achten, damit sich die Pflanzen im Wachstum optimal entwickeln können. Fruchtwechsel und Mischkultur sorgen ebenfalls für gesunde Pflanzen im Garten.

Angriff der hungrigen  Schmetterlingsraupe

Lange Zeit sieht man den Befall nicht, denn die von einem Gespinst umgebene Schmetterlingsraupe frisst sich von innen nach außen, was schließlich zum Absterben des Buchsbaums führt. Gegen den aus Ostasien eingeschleppten, grün-schwarzen Zünsler empfiehlt sich eine Spritzung mit einem Bacillus thuringiensis-Präparat (zum Beispiel Xentari). Der gesamte Buchsbaum muss tropfnass gespritzt werden, von innen nach außen, die Raupen verhungern wenige Tage nach dem Einsatz.
 

Seminar-Info:

8. Juni: Seminar Pflanzenschutz im Naturgarten, 9.30 bis 16.30 Uhr: Einsatz von Nützlingen und biologischen Pflanzenschutzmitteln bei akutem Befall.

Schnecken, Blattläuse & Co. biologisch bekämpfen: jeden Freitag, 13.30 bis 15.30 Uhr, Teilnahme im Eintrittspreis enthalten. Ort: DIE GARTEN TULLN.