Erstellt am 23. April 2013, 09:26

Wasser: Energie mit Zukunft. Rund 540 anerkannte Kleinkraftwerke und sechs große Kraftwerke an der Donau werden verzeichnet. Auch Martina Prechtl-Grundnig, Geschäftsführerin vom Verein Kleinwasserkraft Österreich, ist von dieser ökologischen Art der Energieerzeugung überzeugt.

Bis zum Jahr 2020 werden im ältesten österreichischen Donaukraftwerk Ybbs-Persenbeug rund 144 Millionen Euro in die Modernisierung und Effizienzsteigerung investiert. Schon jetzt erzeugt das Kraftwerk jährlich Strom für 300.000 Haushalte.  |  NOEN, Verbund
„Wasserkraft ist eine Energie der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft.“ Davon ist Martina Prechtl-Grundnig, Geschäftsführerin vom Verein Kleinwasserkraft Österreich, überzeugt. Der Grund ist für die engagierte Wasserkraftbefürworterin leicht erklärt: „Es ist das Rückgrat der Energieversorgung bei uns in Österreich.“
So waren kleine Wasserkraftwerke auch die ersten Stromversorger in Ortschaften. Und das, noch bevor die eigentliche Energieversorgung sichergestellt war.

„Diese kleinen Wasserkraftwerke wurden damals sogar für den direkten Betrieb von Maschinen genutzt“, erklärt Prechtl-Grundnig. Damit war Wasserkraft auch am Aufbau der Gewerbe und der betrieblichen Entwicklung in Österreich maßgeblich beteiligt. Von der Rolle, die Wasserkraft im Lauf der Geschichte eingenommen hat, zeigt sich auch die Geschäftsführerin vom Verein Kleinwasserkraft Österreich fasziniert. „Es ist spannend, wie sich Wasserkraft entwickelt hat, und welche Rolle sie in den unterschiedlichen Bereichen gespielt hat“, so Prechtl-Grundnig. Was mit kleinen Kraftwerken begann, schlägt mittlerweile hohe Wellen.
Es entwickelten sich nach und nach Großwasserkraftwerke. „Darunter verstehen wir unsere Donaukraftwerke. Sie unterscheiden sich eigentlich nur in der Leistung voneinander“, erklärt Prechtl-Grundnig. Dabei gibt die Fachfrau eines offen und ehrlich zu: „Heutzutage ist die Entwicklung in der Wasserkraft nicht mehr so dynamisch wie das zum Beispiel noch bei der Windkraft und bei Photovoltaik der Fall ist.“ Das führt sie auf die ausgereifte Technik zurück, die im Bereich Wasserkraft heutzutage Standard ist. „Die Entwicklung macht einfach nicht mehr so große Sprünge wie früher“, meint Prechtl-Grundnig.

Trotzdem erkennt sie weiteres Potenzial rund um die Wasserkraft. Dabei werden die Profis aber mit einer regelrechten Gratwanderung konfrontiert. Um dieses Potenzial auszuschöpfen, gilt es nämlich, technische Machbarkeit und Ökologie unter einen Hut zu bringen.
Ein Spießrutenlauf, der natürlich auch Kritiker auf den Plan ruft, wie Prechtl-Grundnig weiß: „Es sind immer Horrorszenarien, die plakativ herausposaunt werden. Natürlich ist ein Kraftwerk auch immer ein Eingriff in die Natur. Aber Wasserkraft ist sehr gut mit ökologischen Gewässern vereinbar.“

x  |  NOEN, Kleinwasserkraft Österreich



Positive Stimmung für Wasserkraft
Spielte zwar früher die Natur bei der Errichtung und Nutzung von Kraftwerken eine eher nebensächliche Rolle, hat sich das in den letzten Jahrzehnten aber grundlegend geändert, wie die Expertin meint:
„Mit gewissen Begleitmaßnahmen kann man die Wasserkraft mit guten Gewässern in Einklang bringen.“ Etwas, das von der Bevölkerung ähnlich gesehen wird. Denn der allgemeine Tenor ist durchaus positiv, wie eine Straßenbefragung des Vereines Wasserkraft Österreich ergab.

Das führen Experten vor allem auf die lange Tradition von Wasserkraft in Niederösterreich zurück. „Man wächst bei uns einfach damit auf“, meint auch Prechtl-Grundnig.
Saubere Energie, und das auch noch ohne Ausstoß von CO2 – das ist es, was viele Niederösterreicher zu schätzen wissen. Und so wird gegenwärtig auch einiges in die Wasserkraft investiert. Revitalisierung und Modernisierung sind in diesem Kontext wichtige Schlüsselwörter. So soll zum Beispiel Ybbs-Persenbeug bis 2020 modernisiert werden.

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