Erstellt am 23. August 2013, 08:00

Weitgereiste Schätze. Pflanzen auf Reisen / Erdäpfel, Paradeiser oder Kürbisse gehören zu unserer Kultur wie Sonnenblumen, Dahlien und Bromelien? Falsch! Sie alle sind aus der „Neuen Welt“ zu uns gekommen.

Von Tina Wessig

Da steht der Gartenbesitzer vor seinen Paradeisern, kostet eine saftige Frucht und denkt sich stolz: „Meins!“ Mein Gemüse, mein Garten, mein Erfolg. Aber: Irrtum! Die Geschichte von Tomaten und Co. hat ihre Wurzeln nicht auf unserem Kontinent. Paradeiser wachsen nicht seit jeher in unserer Klimazone, sondern stammen aus Mittel- und Südamerika.

Wildformen waren von Nordchile bis Venezuela verbreitet, schon die Maya haben sie 200 v. Chr. als „Xitomatl“ kultiviert. Ähnlich verhält es sich bei Erdäpfeln, Mais und Kürbissen: Der Garten-Kürbis stammt aus Mexiko, der Moschus-Kürbis aus Zentralamerika und der Riesen-Kürbis ist gar ein waschechter Südamerikaner.

Auch bei den Zierpflanzen müssen wir einsehen: Sonnenblumen, Dahlien, Bromelien oder Passionsblumen sind weitgereiste Schönheiten, deren Ursprungsort über dem großen Teich liegt und die erst vor rund 500 Jahren in unseren Kulturkreis mitgebracht worden sind. Sonnenblumen etwa, die unsere Sommerlandschaft so schön prägen, wurden in ihrer Wildform 1552 von spanischen Seefahrern aus Amerika nach Europa gebracht, wo sie als Zierpflanzen angebaut wurden.

Über diese und andere Nutz- und Zierpflanzen, die Sammler von ihren Reisen mitgebracht haben, gibt eine Ausstellung Aufschluss, die von Fachleuten der österreichischen Bundesgärten und der Initiative „Natur im Garten“ gemeinsam bestückt wurde.

Die Sonderschau wird auf dem Gelände der GARTEN TULLN von abenteuerlichen Reisen und botanischen Spurensuchern zeugen, ohne die unsere heutigen Gartenbeete und Wohnzimmerpflanzen um einige lieb gewonnene Exemplare ärmer wären.

Ausstellungs-Info:

  • „Pflanzen auf Reisen“ ist eine Kooperation der österr. Bundesgärten und der Aktion „Natur im Garten“ auf der GARTEN TULLN.
  • Sie läuft von 21. August bis 15. September, 9 bis 18 Uhr.