Erstellt am 10. April 2012, 13:43

Weltgrößte Solaranlage kommt aus Österreich. Mit dem Know-How und der Technologie zweier österreichischer Unternehmen ist in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad die größte Solaranlage der Welt in Betrieb gegangen.

Das Kärntner Unternehmen GREENoneTEC produzierte für 3,6 Mio. Euro 36.000 Quadratmeter Sonnenkollektoren, die an das Klima in Saudi-Arabien angepasst wurden.

Spezielles Solarglas und ein besseres Befestigungssystem sollen die Anlage vor Sandstürmen schützen, sagte Unternehmenschef Robert Kanduth. Gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Forschungsinstituts AEE Intec, Werner Weiss, informierte Kanduth über den sechsmonatigen Probebetrieb, der seit Ende 2011 läuft. Die Kollektoren sollen Warmwasser für bis zu 40.000 Studentinnen und Professoren des Universitäts-Campus "Princess Noura Bint Abdulrahman" liefern. Die Anlage ist fast doppelt so groß wie die bisher größte solarthermische Anlage in Dänemark. Für die zuständige Ministerin Bures ein Beweis für den Erfolg gezielter Förderung heimischer Innovationsunternehmen.

Bures wies daraufhin, dass jeder dritte Sonnenkollektor innerhalb der EU aus Österreich kommt, und mit 420 Mio. Euro Umsatz und 4.700 Vollzeitarbeitsplätzen Österreich "die Nase vorne" hat. Der Exportanteil liegt bei 80 Prozent und das Volumen hat sich in den letzten fünf Jahren vervierfacht. Die Solartechnologie soll auch zur Energiewende in Österreich beitragen, bis 2025 will Bures den gesamten Warmwasserbedarf mit Solarenergie abdecken, so ihr Ziel. Die derzeit durch Sonnenkollektoren erzeugte Warmwasserproduktion entspreche dem Bedarf von Niederösterreich.

Für GREENoneTEC könnte die Anlage in Riad der Türöffner für noch größere Projekte in Chile werden. Mit Betreibern von Kupferbergwerken in der Atacamawüste sei man in Gesprächen über Solaranlagen, die noch "deutlich größer" als Riad werden könnten. Die Bergwerksbetreiber müssen nämlich die Kupfererze mit 70 Grad heißem Wasser auswaschen, dafür karren Lkws Tonnen an Öl zu den Minen. Das Wasser mit Sonnenenergie zu erhitzen, würde die Produktionskosten halbieren, so Kanduth.