Erstellt am 16. April 2012, 00:00

Willige Helfer mit Biss. NÜTZLINGE / Im ökologischen Garten gibt es fleißige Tiere, die Schädlinge an den Pflanzen dezimieren. Finden sie einen naturnahen Lebensraum, dann siedeln sie sich auch gerne an.

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VON TINA WESSIG

Wer darauf achtet, dass die Natur im Gleichgewicht bleibt, der weiß es längst: Es gibt im Garten kaum einen Schädling, gegen den es nicht auch einen Nützling gibt. Man muss sie nur erkennen.

Gerade gegen saugende Insekten an unseren Lieblingspflanzen gibt es eine ganz Schar an willigen Helfern, die dazu beitragen, Schädlinge zu dezimieren. So stehen etwa am Speiseplan der hungrigen Schlupfwespenlarven vorwiegend Blattläuse, Schildläuse, Miniermotten und viele andere Schädlinge. Raubmilben wiederum rücken den lästigen Spinnmilben zu Leibe. Spinnen sollte ebenfalls jeder Gärtner zu schätzen lernen, ernähren sie sich doch hauptsächlich von Fliegen, Mücken und Blattläusen.

Der ökologische Gärtner hat  eine Reihe tatkräftiger Helfer

Der beliebteste Nützling ist sicher der Marienkäfer. Blattläuse machen seine Lieblingsnahrung aus. Er kann zwischen seinem Larven- und Verpuppungsstadium rund 600 Blattläuse vertilgen. Die zartgrüne Florfliege bzw. ihre Larve wird wegen ihrer Gefräßigkeit gar als Blattlauslöwe bezeichnet. In einer Zeitspanne von zwei bis drei Wochen schafft sie immerhin bis zu 500 Stück. Sie macht aber auch Schild- und Schmierläusen den Garaus. Auch die Schlupfwespe kann ein unschätzbarer Helfer sein: In ihrem nur 14-tägigen Leben legt sie bis zu 100 Eier, die nach rund zehn Tagen schlüpfen, in den Körper der weißen Fliege! Nicht minder hungrig sind die Larven der Gallmücke, die binnen einer Woche bis zu 80 Blattläuse töten können. Und der gute Ohrenschlüpfer, der gern in Steinhaufen und Hecken wohnt, ist ebenso ein beherzter Blattlauskiller.

Wichtig ist nur, dass Nützlinge einen Lebensraum vorfinden: Ein Nützlingshotel, das man selber machen kann, ist eine Gelegenheit, Wildbienen, Schwebfliegen etc. einen Ort zum Überleben zu geben. Kluge Gärtner richten auch ein wildes Eck ein, in dem Laub und Strauchschnitt liegen bleiben – das wird in Windeseile von Igeln, Blindschleichen etc. zum Quartier erkoren. Dort können sich auch Amphibien verkriechen, sofern es in der Nähe eine Wasserstelle gibt. Gerade Igel sind von großem Wert, wenn es darum geht, das lästige Nacktschnecken-Problem völlig ökologisch zu lösen.

Das Marienkäferl ist nicht nur ein Glücksbote, sondern ist auch ganz schön gefräßig: Wer Blattläusen zu Leibe rücken will, sollte ihnen unbedingt einen ökologischen Garten ohne Pestizide und Insektizide anbieten – den Rest macht die Natur von ganz allein.WALDHÄUSL