Erstellt am 30. April 2013, 15:36

Zart wie Zuckerwatte. Wie pastellfarbene Wattebäusche sehen sie aus, fühlen sich samtig weich an und duften süß: Die riesigen Blüten der Pfingstrose sind im Juni unübertrefflich, denn dann blühen sie in leuchtendem Karminrot, zartem Rosa oder reinem Weiß.

Die bekanntesten Pfingstrosen zählen zu den Stauden. Ihre oberirdischen krautigen Triebe ziehen sich im Winter in den Boden zurück. Im folgenden Frühjahr treiben sie aber aus dem Wurzelballen wieder aus – und werden von Jahr zu Jahr kräftiger im Wuchs.
Die in Europa heimische Stauden-Pfingstrose kennt man bei uns seit der Antike. Wild wächst sie heute noch im Mittelmeerraum und in den Südalpen. Die europäische Stauden-Pfingstrose wurde bei uns schon früh als Garten- und Heilpflanze kultiviert. Über die Klostergärten gelangte sie in die ländlichen Bauerngärten und wird heute noch Bauern-Pfingstrose genannt.
Über das Image einer Bauerngarten-Schönheit ist sie mittlerweile aber weit hinausgewachsen. In eleganten Gärten darf sie nicht mehr fehlen. Dort gönnt man ihrer rauschhaften Blütenfülle ein exponiertes Plätzchen – oder gar ein eigenes Beet.
Vor etwa 200 Jahren brachten Engländer eine weitere Pfingstrose aus China mit nach Europa: Die Chinesische Pfingstrose wird etwas höher als die heimische Art. Zudem zeigt sie eine große Formenvielfalt: Sie blüht kuppel- bis schalenförmig, kann der klassischen Rose zum Verwechseln ähnlich sehen oder aber kugelrunde gefüllte, fluffige Blütenbälle bilden.

In China wurden sie schon seit jeher verehrt
In der chinesischen Gartenkultur wurden Pfingstrosen schon vor mehr als 1.000 Jahren verehrt und als Zierpflanzen kultiviert. Die Chinesen haben sie sogar zu ihrer Nationalblume ernannt. Auch die Europäer haben schnell ihr Potenzial entdeckt: Durch Züchtung entstand aus der Chinesischen Pfingstrose die beliebte, dicht gefüllte Edelpfingstrose mit einem breiten Sortenspektrum. Pfingstrosen sind echte Schätze: Sie zeigen sich nicht nur pflegeleicht und robust, sie können auch Jahrzehnte alt werden. Einmal gepflanzt, bevorzugen sie allerdings am selben Standort zu bleiben. Stehen sie am falschen Ort oder werden zu groß, sollte der Wurzelballen geteilt und an einem anderen Platz wieder eingepflanzt werden. Ideal sind sonnige, leicht lehmige und nährstoffreiche Böden. Immer beliebter werden auch die verholzenden Strauch-Pfingstrosen. Sie stammen ursprünglich aus Fernost und bilden steife Triebe, die auch im Winter stehen bleiben. Neue Züchtungen haben besonders große Blüten und sind neben Rosa, Rot und Weiß auch in zartem Gelb zu bewundern. Die Strauch-Paeonien wachsen zu stattlichen Sträuchern heran und blühen bereits zwei bis drei Wochen vor den Stauden-Pfingstrosen.

Keine Zauberei: Blütenpracht im Beet
In der gemischten Rabatte lassen sich Pfingstrosen mit Stauden wie Frauenmantel, Katzenminze und Pracht-Storchschnabel kombinieren, die zur gleichen Zeit wie sie in voller Blüte stehen. Da Pfingstrosen zum Teil sehr schwere Blüten bilden, hängen die Köpfe über und knicken leicht ab. Hier hilft eine Staudenstütze, sie hält die Blüte selbst bei Regen hoch. Nach der Blüte können Pfingstrosen unterhalb der abgeblühten Knospe abgeschnitten werden. Dies verhindert die Ausbildung der Fruchtstände und ist eine gute Vorbereitung für die noch üppigere Blüte des nächsten Jahres.

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