Erstellt am 01. Oktober 2013, 08:25

Zweiter Frühling für Gartenfans. Mutter Natur öffnet die Farbtöpfe, während die Gärtner ihre Oasen auf den Winter vorbereiten.

Ein Garten bereitet das ganze Jahr über Arbeit. Wer glaubt, er könne ab dem Herbst aus den Arbeitshandschuhen schlüpfen, die Gartenschere links liegen lassen und im Schaukelstuhl versinken, der irrt. Noch muss der Winterschlaf warten. Dem passionierten Hobbygärtner macht das wenig aus. Denn der Herbst ist ein zweiter Frühling, wo jedes Blatt zur Blüte wird.
„Wird das Obst sehr langsam reif, gibt’s im Winter statt Eis nur Reif.“ Oktober ist Erntezeit. Späte Apfelsorten, Hagebutten, Quitten und Walnüsse wollen gepflückt, geerntet und verzehrt werden. Und damit ist der gesunde Selbstversorger-Spaß noch lange nicht gegessen: Gemüsebeete können auch während der Wintermonate frisches, vitaminreiches Grün auf den Tisch bringen. Kohlarten sind unschlagbar, was den Ertrag und den Nutzen anbelangt. Besonders beliebt ist der Blumenkohl: Seine Erntezeit reicht bis in den November. Zudem ist er äußerst lagerfähig. Es ist eine der seltenen Gemüsearten, von denen die Blüten gegessen werden, genauer: der geschlossene Blütenstand. Abgesehen von seiner bekömmlichen Eigenschaft enthält der Kohl reichlich Ballast- und Mineralstoffe, die das Immunsystem stärken, Vitamine sowie wertvolles pflanzliches Eiweiß.
Aber es sind nicht nur Kohlarten, die den Winter schmackhaft machen. Zwiebelgemüse grünt auch in kalten Monaten wunderbar. Unter Folien sind außerdem eine Reihe von Wintersalaten durchgängig zu ernten, beispielsweise Endivien-, Eissalat- und Feldsalat sowie Mangold oder Spinat.

Für ein blühendes Frühjahr arbeiten

Der Winter hat noch nicht begonnen, da klopft das Frühjahr an die Türe. Zumindest, was die Gartenarbeit anbelangt. Im Herbst startet die Pflanzzeit für Frühjahrsblüher. Bis Anfang Dezember setzen Blumenliebhaber Tulpen, Krokusse, Kaiserkronen, Schneeglöckchen und Narzissen. Wichtig ist, dass die Zwiebeln doppelt so tief liegen, wie sie hoch sind. Beispiel: Eine drei Zentimeter hohe Tulpenzwiebel wird sechs Zentimeter tief gepflanzt.
Jetzt ist auch die Zeit, Zwiebeln und Knollen aus dem Boden zu holen und zu überwintern. Dahlien, Gladiolen, Canna und Begonien bleiben im Keller und werden im Frühjahr wieder eingesetzt. Das Ausgraben sollte vor dem ersten Frost erfolgen. Tipp: Ein halbstündiges Bad von 40 bis 42 Grad reinigt Zwiebelblumen vor dem Winterlager.

Rein in die warme Stube

„Oktoberwind – glaube es mir – verkündet harten Winter dir!“ Für Topfpflanzen auf Balkonien heißt es: Rein ins Warme! Empfindliche Gewächse gehören allmählich ins Haus. Robustere rücken draußen zusammen. Tipp: Winterharte Pflanzen auf Holzleisten stellen und in Vlies oder Noppenfolie packen. Nicht vergessen: An frostfreien Tagen gießen. „Späte Rosen im Garten lassen den Winter erwarten.“ Ab Oktober bieten viele Gärtnereien wurzelnackte Rosen an. Die pflanzt man am besten im Herbst, denn dann kommen sie frisch vom Acker. Mit dem Schutz von Hochstammrosen und kletternden Sorten sollten sich Rosenzüchter noch gedulden. Die Blumen erst dann einpacken, wenn dauerhaft Frost droht! Tipp: Nicht vor dem Frost schneiden, sonst zerstört er die Triebe. Gesunde Rosen kann man erst im Frühjahr zuschneiden. Der Rosenkenner verwöhnt seine Pflanzen durch Anhäufen der Erde. Hierzu reife Komposterde verwenden.

Letzter Friseurtermin für den Rasen

„Fällt das Laub im Wald sehr schnell, ist der Winter bald zur Stell.“ Ein letzter Feinschliff für den Rasen ist Pflicht. Das Blattwerk sollte nicht zu lange auf der Grasnarbe liegen. Tipp: Nach dem Laubbefall den grünen Teppich ein letztes Mal bei trockenem Boden mähen, harken und den Filz beseitigen. Der Oktober ist für Hobbygärtner die letzte Gelegenheit, um kahle Stellen im Rasen auszubessern. Die Nachsaat wird dünn mit Humuserde abgedeckt und gewässert. Großflächige Reparaturen müssen bis zum Frühjahr warten. Dann setzt sich der ewige Kreislauf des Gartelns fort.

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