Erstellt am 14. Oktober 2013, 12:05

700 Gramm als Richtwert. Bedroht / Das feuchtkalte Wetter im heurigen Frühjahr ließ viele Igelkinder zu spät auf die Welt kommen. Manche von ihnen sind jetzt nicht fit, den Winter aus eigener Kraft zu überstehen.

Von Tina Wessig

2013 war für Igel kein gutes Jahr, so viel ist sicher. Zumindest Ursula Hofer, Obfrau von Ani mal Help Austria in Bruderndorf im Bezirk Korneuburg, hat alle Hände voll zu tun: „Wir gehen über! Wir wissen nicht mehr, wohin mit den Igeln!“

Hofer als Ratgeberin

Ständig läutet ihr Telefon und Menschen, die einen Igel finden, holen sich Rat: „Die Faustregel lautet: Igel müssen Ende Oktober ein Mindestgewicht von 600 Gramm, Ende November von 700 Gramm haben, damit sie überlebensfähig sind.“

Andernfalls rät sie, die Kleinen mitzunehmen und durch den Winter zu füttern. Eingeweichtes Trockenfutter für Katzenwelpen können die Kleinen gut verdauen, dann ist auch die befürchtete Geruchsbelastung kein Thema.

Ein Meerschweinchenkäfig mit einer Mindestlänge von 100 Zentimetern dient den Igeln über den Winter als Quartier. Sofern sie nicht zu klein sind: Damit sie sich nicht zwischen den Gitterstäben erhängen, ist für kleinere Exemplare eine Mörtelwanne eine Alternative.

„Einen schwachen Igel über den Winter zu bringen, ist keine Hexerei“

„Statt Zeitungspapier sollten Hobelspäne eingestreut werden, das ist leichter zu reinigen und hygienischer“, rät Hofer. Noch einen entscheidenden Punkt bringt Tierärztin Daniela Heger aus Neulengbach zur Sprache: das Ungeziefer.

„Keinesfalls dürfen Flohmittel für Hunde und Katzen verwendet werden, daran würden die Igel sterben!“ Stattdessen kann man die Igelkinder mit lauwarmem Wasser abbrausen und einen biologischen Ungezieferschutz verwenden, wie er in jedem Tierfachmarkt zu haben ist.

„Räumen Sie mit den Märchen auf“, bittet Ursula Hofer. „Einen schwachen Igel über den Winter zu bringen, ist keine Hexerei. Und wer unsicher ist, kann bei uns jederzeit Coaching bekommen.“   www.animal-help.at