Erstellt am 14. Juni 2013, 10:00

bewahren. So soll ihr Fortbestand gewährleistet werden.

Die Schlingnatter ist das Reptil des Jahres, auch sie ist bedroht. Foto: fotocommunity.de  |  NOEN
Von Tina Wessig

Das Naturland Niederösterreich hat viel zu bieten, aber damit das auch so bleibt, gibt es jedes Jahr eine Gruppe an Pflanzen und Tieren, auf die besonderes Augenmerk gelegt wird und die zur Natur des Jahres auserkoren wird. Auch die Leiterin der Initiative Naturland, Maria Lackner, erhebt ihre Stimme für den Schutz bedrohter Arten: „Uns muss klar sein, dass die Natur viele Leistungen für uns erbringt und dass wir im Gegenzug darauf achten müssen, dass Tier- und Pflanzenarten geschützt werden. Jeder von uns kann einen Beitrag dazu leisten, die Natur zu erhalten.“

Zum Baum des Jahres wurde etwa heuer die Eibe auserkoren: Der immergrüne, fünf bis 15 Meter hohe Nadelbaum, der gern auf kalkreichen, schattigen Steilhangwäldern wächst, wurde wegen der Gefahr von starkem Wildverbiss und wegen seines eher langsamen Wachstums als schützenswert eingestuft. In Niederösterreich ist er mittlerweile schon selten, obwohl er sich auch im Garten als Formgewächs gut bearbeiten lässt. Zu finden ist die Eibe am ehesten noch in den Schluchten und Steilhängen des Naturschutzgebiets Falkenstein im Bezirk Neunkirchen.

Der Fisch des Jahres ist die Seeforelle. Sie zählt zur Familie der Lachse und ist in tiefen Seen wie dem Lunzer See heimisch. Derzeit wird an Maßnahmen gearbeitet, die der Seeforelle ihren bedrohten Lebensraum zurückgeben sollen.

Die Schlingnatter ist das Reptil des Jahres. Sie ist eine kleine, ungiftige Natter, die wegen ihrer Rückenzeichnung oft mit der Kreuzotter verwechselt und getötet wird. Ihr Lebensraum – Gebiete mit deckungsreicher Vegetation, vielen Sonnenplätzen und Verstecken – wird immer mehr zerstört. Zu finden ist sie derzeit noch im Naturschutzgebiet Gurhofgraben im Dunkelsteinerwald, im Leithagebirge und auf der Perchtoldsdorfer Heide.

Der Vogel des Jahres ist die Bekassine. Sie wird wegen der Laute, die die Männchen im Balzflug erzeugen – ein abruptes Hinabstürzen mit gespreizten Federn – auch „Himmelsziege“ genannt. Sie ist eine vom Aussterben bedrohte Schnepfenart, deren Lebensräume Feuchtwiesen und Moore sind. Kleine, aber rückläufige Brutbestände existieren im Teichgebiet des Waldviertels, an den Grünbächen am Truppenübungsplatz Allentsteig und in den March-Thaya-Auen. Mit ihrem langen Schnabel sucht sie in feuchten Böden nach Nahrung. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft und die Entwässerung von Grünland verringert sich ihr Lebensraum.

Das Leberblümchen ist die Blume des Jahres. Es gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse und seine zarten, blauvioletten Blüten kündigen den Frühling an. Es wächst vor allem in der schattigen Krautschicht alter Buchen- und Eichenwälder.

Im Frühling überzieht es den Boden vieler Laubwälder mit einem violetten Schimmer – häufig ist das Leberblümchen nur noch in den Eichen- und Buchenwäldern des Wienerwaldes und der Thermenregion.

Das Weichtier des Jahres ist die Flussmuschel. Sie gilt als vom Aussterben bedroht, erreicht eine Länge von sieben bis zwölf Zentimeter und ist dunkelbraun-schwarz gefärbt.

Sie ist sensibel auf Gewässerverunreinigungen und zeichnet sich durch eine enge Bindung an Wirts fische aus. Man findet sie in den Tullnerfelder Donauauen, den March-Thaya-Auen und in manchen Bächen des Alpenvorlandes rund um Melk, Mank und Sierning.