Erstellt am 04. September 2011, 22:09

Bildschön & blitzschnell. LIBELLEN / Derzeit schwirren die Beutegreifer wieder herum, fliegen Loopings und Achterbahnen – vorzugsweise in der Nähe sauberer Wasserstellen.

 |  NOEN
VON TINA WESSIG

Ästhetischer geht’s kaum: Wer einer Libelle dabei zusieht, wie sie im Landeanflug einem Hindernis ausweicht und sich elegant in die Kurve legt, denkt unwillkürlich an ein kleines, wendiges Kampfflugzeug. Auch, wenn der kleine blau-grüne Propeller ganz schön brummt, wenn er sich nähert …
Mit ihrer Körperform erinnern sie nicht zufällig an Hubschrauber – sogar Helikopter-Konstrukteure nahmen Anleihen an der perfekten Ausstattung dieser Lebewesen, die ihre beiden Flügelpaare unabhängig voneinander bewegen können, was ihnen abrupte Richtungswechsel ermöglicht. Sie können sogar in der Luft stehen bleiben – und kurze Strecken rückwärts fliegen!

Am Kopf sitzen beeindruckende Facettenaugen, die Libellen ein gutes Sehvermögen und eine entsprechende Befähigung als Beutegreifer gewähren. „Sie sind formvollendete Flugjäger. Allein die Flugmuskulatur nimmt 60 Prozent ihres Körpergewichts ein. Libellen fangen ihre Beute fast ausschließlich im Flug, wobei die Beine eine Art Fangkorb für Beutetiere bilden. Gefressen wird meist ebenfalls im Flug“, weiß Constanze Rak, Projektleiterin der Schlossinsel im Nationalpark Donau-Auen.
„Am besten zu beobachten sind Libellen an wolkenlosen, windstillen, sonnigen Tagen“, weiß Rak. „Sie sind nicht nur an Teichen, Tümpeln, Altarmen und anderen Gewässern unterwegs – oft sind sie mehrere 100 Meter entfernt auf der Jagd.“

Schon als Larven machen sie blitzschnell Beute
Das Jagen müssen Libellen übrigens nicht lange lernen: Schon ihre Jugendzeit verbringen sie als räuberische Larven im Wasser und fangen Insekten, Kaulquappen und Molchlarven, sogar junge Fische werden hie und da zur Beute erkoren. Sie sind Ansitzjäger und lauern im Pflanzengewirr. Nähert sich ein Beutetier, ergreifen sie es zielsicher und ziehen es an ihre Kiefer heran.

Libellen sind auch Indikatoren für den Zustand eines Gewässers: Wo immer sie vorkommen, muss ein Gewässer in mehr oder minder gutem Zustand sein, da sie zum Leben entsprechend saubere Gewässer benötigen.
Wer nun noch mehr über die faszinierenden Insekten wissen oder sie in aller Ruhe beobachten will, hat derzeit gute Chancen auf eine Begegnung mit Pechlibelle, Hufeisen-Azurjungfer, Granatauge, Blaupfeil und Co., etwa in der weitläufigen Flusslandschaft der Donau-Auen. Info: www.donauauen.at