Erstellt am 17. Dezember 2013, 12:00

Die „Auserwählten“ des Jahres 2014. Ins Rampenlicht | Wenn sie prämiert werden, geht es meist um ihre Erhaltung: Diese Tiere und Pflanzen sollen verstärkt geschützt werden.

Faszinierend: Die Sumpfdeckel schnecken sind lebend gebärend.  |  NOEN
Von Tina Wessig

Sie fliegen, schwimmen, kriechen oder wachsen einfach vor sich hin, aber wer weiß, wie lange noch: Der Naturschutzbund hat wie jedes Jahr sieben Vertreter ausgewählt, die speziell in Österreich zu den Arten des Jahres 2014 gekürt wurden: Der Baum des Jahres ist die Rotbuche, der als Wärme liebende Art vor dem Hintergrund des Klimawandels zu einer stabilen Bewirtschaftung beitragen soll.

Schwanenblume soll nun mehr Aufmerksamkeit bekommen

Große Bestände sind etwa im Wienerwald. Ihre Blätter sind im Sommer so grün wie die jedes anderen Baumes, der Name „Rot“ bezieht sich nur auf die rötliche Färbung des Holzes.

Als Blume des Jahres wurde die Schwanenblume auserkoren: Sie ist eine attraktive Röhrichtpflanze und ein typischer Bewohner der Auen. In Österreich ist sie stark gefährdet, damit sie nicht ausstirbt, soll sie jetzt mehr Beachtung bekommen. Durch ihre Wahl soll die Blütenpflanze samt ihrem ebenso bedrohten Lebensraum, der Au, ins Bewusstsein rücken.

Gelbbauchunke zum Lurch des Jahres 2014 gekürt

Der Fisch des Jahres 2014 ist der Sterlet, der letzte Vertreter der Störartigen, der in Österreich an manchen Fließgewässern noch zu finden ist. Störe sind übrigens eine besonders alte Artengruppe, ihre Entwicklung reicht mehr als 200 Millionen Jahre zurück.

Die Goldschildfliege wurde zum Insekt 2014 gewählt, weil sie ebenfalls selten geworden ist. Sie lebt an warmen Stellen an Waldrändern, wo sie auf blühenden Hochstaudenfluren und Halbtrockenrasen bei der Nektaraufnahme zu beobachten ist.

Der Lurch des Jahres 2014 ist die Gelbbauchunke, die in manchen Teilen des Wienerwaldes an Wasserstellen nur noch selten vorkommt. Mit leisem Quaken und feurig gelbem Muster am Bauch will sie Fürsprecher für sich und ihre Art finden.

Vorwitziger Grünspecht wagt sich immer weiter vor

Zum Weichtier des Jahres wurde die Spitze Sumpfdeckelschnecke gewählt: Sie ist eine der großen heimischen Wasserschnecken, bewohnt Augebiete und ist lebend gebärend.

Der Grünspecht mit seinem lachenden Gesang hat zum Glück Grund zur Freude: Er ist der einzige Vertreter der ausgewählten Arten, der einen stabilen Bestand vorweisen kann. Der vorwitzige Specht wagt sich immer weiter in Siedlungen und Städte vor, entdeckt Parks und Gärten und frisst vorwiegend Ameisen, weshalb er im Winter in Not geraten könnte.