Erstellt am 12. Dezember 2011, 00:00

 Eis, Schnee und.  ÜBERLEBENSKÜNSTLER / Während wir es uns im Haus gemütlich

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VON TINA WESSIG

Warm, gemütlich und friedlich erleben wir den Winter in geheizten Räumen. Anders die heimischen Wildtiere, die auch in der bitterkalten Zeit ihr Überleben sichern müssen. Dabei entwickeln sie je nach Gattung andere, findige Strategien. Welche das sind, davon können sich Besucher auch heuer wieder bei den Nationalpark-Winterwan derungen durch die Donau-Auen überzeugen.

An einigen Winter-Sonntagen bis März bieten die Nationalpark-Ranger geführte Exkursionen an, die sich der Vogelwelt an der Donau, der Spurensuche und den Überlebenstricks der Tierwelt widmen. Insekten etwa ziehen sich in den Boden zurück, ihre Larven verpuppen sich vor Einbruch der Kälte und schlüpfen, wenn es wieder wärmer wird. Eine weitere Strategie ist das Schlafen: Durchgehender Winterschlaf oder Winterruhe mit kurzen aktiven Phasen dienen dazu, den Energieverbrauch zu minimieren und Kraft zu sparen. Siebenschläfer, Fledermäuse und auch die Europäischen Sumpfschildkröten sind demzufolge monatelang nicht zu sehen, Eichhörnchen werden nur zwischendurch munter, um sich mit Nussvorräten zu stärken.

Zahlreiche Au-Bewohner  bleiben im Winter aktiv

Mit einem dichten Pelz oder einem wasserdichten Gefieder trotzen sie gekonnt jeglicher Witterung. Die Zugvögel machen sich’s ja scheinbar leicht, sie entfliehen der kalten Jahreszeit in wärmere Gefilde. Umgekehrt kommen im Winter viele Wasservögel in die Donau-Auen, weil sie hier eisfreie, fließende Gewässer und Nahrung vorfinden. Enten, Reiher, Taucher und andere Wasservögel können im Rahmen der Winterwanderungen beobachtet werden. Mit etwas Glück zieht auch der „König der Lüfte“, der Seeadler seine Kreise. Die Mitnahme von Ferngläsern ist auf jeden Fall empfehlenswert.

Im Rahmen einer anderen geführten Tour machen sich die Besucher auf Fährten-Suche: Welche Tiere sind derzeit aktiv, durch welche Spuren errät man ihre Anwesenheit? Dabei gilt es, Fährten im Matsch und Schnee zu entdecken und mit etwas Glück einen jagenden Seeadler oder einen Eisvogel auf Fischfang zu beobachten.

Auch der Biber ist im Winter aktiv und hinterlässt eindrucksvoll seine Spuren an scheinbar mühelos gefällten Bäumen. Gerade jetzt ist seine Kraft als Landschaftsgestalter besonders deutlich zu sehen: Sanduhrförmig benagte und gefällte Bäume mit frischen Spänen rundum, Fährten und ein gut isolierter Winterbau erzählen von seinem Leben. Und eine Expertin verdeutlicht, warum diese Tiere so wichtig für eine intakte Au-Landschaft sind.