Erstellt am 04. April 2011, 14:50

„FIP-positiv“ – was bedeutet das?. Sorgsamer Katzenhalter lassen ihre Stubentiger impfen, denn schlimme Krankheiten gibt es auch bei den Vierbeinern. Tollwut, Katzenschnupfen, FIP,... Doch was ist FIP und wie gefährlich ist dieser Virus?

 |  NOEN, Wodicka; A-4062 Thening
Eine Katze, die per Blut-Test „FIP-positiv“ getestet wurde, hatte irgendwann in ihrem Leben Kontakt mit Coronaviren. Diese Coronaviren verursachen normalerweise nur harmlose Durchfälle und sind in privaten Mehrkatzenhaushalten, Rassekatzen-Zuchten sowie Tierheimen weit verbreitet. Etwa 80% aller Katzen sind (meist ohne Wissen ihrer Halter) „FIP-positiv“!

Erst wenn diese Coronaviren im Körper der Katze mutieren, entsteht die gefürchtete FIP-Erkrankung. Dies ist bei ca. 5-10% der „FIP-positiven“ Katzen der Fall. Das heißt, nur etwa 5-10% aller positiv getesteten Katzen erkranken im weiteren Leben an FIP. Bricht FIP aus, ist leider nur das schmerzfreie Erlösen der Katze möglich, da es keine Therapie und somit keine Chance auf Genesung gibt.

Da der Virus in der Katze erst mutieren muss, um eine FIP hervorzurufen, ist akute FIP von Katze zu Katze nicht übertragbar. Stirbt eine Katze im Haushalt an FIP, bedeutet dies also nicht, dass auch alle anderen Katzen an FIP erkranken. Übertragen wird jedoch das Coronavirus, weshalb „FIP-positive“ (= coronapositive) Katzen vorsorglich nur mit ebenso corona-positiven Katzen gemeinsam gehalten werden sollten. Zu beachten ist dabei aber, dass dies bei den meisten Katzen in Privathaushalten bereits der Fall ist – etwa 80% aller Katzen sind FIP/Corona-positiv.

Stress als Auslöser
Eine „FIP-positive“ Katze stellt grundsätzlich die gleichen Haltungsansprüche wie alle anderen Stubentiger. Großer Stress – insbesondere während der Eingewöhnung! – muss jedoch vermieden werden, da Stress ein Auslöser der FIP sein kann.
Die größte Vorsorge gegen den Ausbruch von FIP ist daher Stress-Vermeidung. Geben Sie einer neuen Katze immer genügend Zeit und Rückzugsmöglichkeiten und erwarten Sie keine „Wunder“ – oft dauert es bei ängstlichen Katzen mehrere Wochen oder Monate, bis sie sich endgültig eingelebt haben.

Prognosen sind nicht möglich
Der FIP-Titer einer Katze verändert sich im Laufe ihres Lebens. Daher kann auch bei Tieren mit niedrigen Titer-Werten keine Garantie geben werden, ob sie gesund bleiben werden oder nicht. Ebenso bedeutet ein hoher Titer-Wert nicht, dass die Katze automatisch „todkrank“ ist. Der FIP-Titer-Wert sagt lediglich aus, dass die Katze einmal Kontakt mit Coronaviren hatte – nicht mehr und nicht weniger.

Für weitere Informationen:
www.vu-wien.ac.at/i123/spezvir/FIP1.html
www.laboklin.de/de/VetInfo/aktuell/lab_akt_0409.htm