Erstellt am 24. Juni 2013, 11:00

Herzig, aber heimatlos. Feldhamster | Der Naturschutzbund NÖ führt für das Lebensministerium eine Erhebung durch, wie verbreitet der dreifarbige Nager im Land ist. Immerhin steht er bereits auf der Roten Liste.

 |  NOEN, Kurt Kracher
Von Tina Wessig

Für die einen ist er Ungeziefer. Die anderen finden ihn schützenswert und machen sich für seine Erhaltung stark: Der meerschweinchengroße Feldhamster mit dem schwarzen Bauch wird in diesen Monaten vom NÖ Naturschutzbund landesweit aufgespürt: Im Rahmen der vom Lebensministerium initiierten Kampagne vielfaltleben soll der Nager bessere Lebensbedingungen erhalten, steht er doch bereits auf der Roten Liste und ist vom Aussterben bedroht.

Die Gründe dafür kennt Biologin Karin Enzinger aus St. Veit/Triesting, die vom Standort ihres Büros in Berndorf Erhebungen koordiniert: „Äcker werden immer größer, Ackerraine und Wiesenstreifen verschwinden, die Monokultur tut dem Feldhamster nicht gut, es wird zu tief gepflügt und Stoppelfelder, die dem Hamster Deckung geben, werden binnen kürzester Zeit für die nächste Aussaat vorbereitet.“ So hat der nachtaktive Hamster, der für seinen Winterschlaf zwei bis vier Kilo Körner und Früchte einlagern muss, immer weniger Lebensraum und Futterangebot.
Erfasst wurden bislang die Region um Leobersdorf und der Raum zwischen Perchtoldsdorf und Guntramsdorf. „Ausgewählt werden Probeflächen von rund 25 Hektar, die nach Bauten und Tieren abgesucht werden“, sagt Enzinger.

„Der Feldhamsterbau hat eine etwa faustgroße Öffnung, davor ist meist Losung zu erkennen, außerdem liegt Baumaterial aus dem Inneren vor den Eingängen“, beschreibt Enzinger. Und warnt gleich davor, den possierlichen Kerl zu berühren: Er sei äußerst wehrhaft, wer in seinen Bau greift, muss mit schmerzhaften Bissverletzungen rechnen. „Also nur beobachten und Sichtungen melden“, lautet die Devise der Expertin.
Das südliche Tullnerfeld ist ein heißer Tipp, den Feldhamster aufzuspüren, auch die Luzernefelder rund um St. Pölten könnten ihm ein gutes Zuhause gewähren, der Raum um Münchendorf und Achau ebenso. Der Naturschutzbund, der heuer übrigens seinen 100. Geburtstag feiert, bittet, Sichtungen zu melden an karin.enzinger@naturschutzbund.at. Info: www.noe-naturschutzbund.at