Erstellt am 08. Oktober 2013, 10:00

Lurch sucht Lebensraum. Feuersalamander / Eine aktuelle Studie des NÖ Naturschutzbundes im Wienerwald erhebt die Lebensraumbedingungen für die schwarzgelben Amphibien – und sichert ihren Fortbestand.

Von Tina Wessig

Wer bei feuchtem Wetter in einem Buchen- oder Buchenmischwald spazieren geht, kann ihm hie und da noch begegnen, dem Feuersalamander, der in NÖ bereits als „gefährdet“ eingestuft wird. Er findet sich – wie alle 20 in Österreich heimischen Amphibienarten – auf der „Roten Liste“. Denn er ist für seine Fortpflanzung auf unverbaute Bäche und Wälder mit genug Unterschlupf angewiesen – und diese werden immer rarer.

Darum hat sich ein Forscherteam um Amphibienfachmann Walter Hödl, dem Vorsitzenden des Naturschutzbundes NÖ, der Erforschung seiner Lebensräume angenommen: „Im Wienerwald schaut es für den Feuersalamander noch gut aus, denn hier gibt es noch kleine Fließ gewässer mit strömungsberuhigten Buchten, in denen die Weibchen ihre Larven ablegen können.

Werden sie begradigt, gehen wertvolle Laichhabitate verloren.“ Zudem benötige das nachtaktive Tier Tagesverstecke wie Hohlräume unter Bäumen, Baumstümpfe oder Totholz. Und da der Anteil an nicht bewirtschaftetem Laub- & Mischwald zurückgehe, fehle es den lackschwarzen kleinen Amphibien an Deckung.

Die Experten sprechen sich dafür aus, den Tieren Unterschlupf zu schaffen: „Dafür infrage kommen neben dem Wald auch die Saumbiotope am Übergang ins Offenland sowie Gehölzsäume entlang von Wegen und Gewässern“, weiß Hödl. Aber da wäre noch ein weiterer, existenzbedrohender Faktor für den Lurch: Seine langsame Fortbewegungsweise macht den Feuersalamander häufig zum Verkehrsopfer.

NÖ Naturschutzbund-Geschäftsführerin Margit Gross berichtet, dass es schon Warntafeln mit der Aufschrift „Achtung Feuersalamander“ gibt: „Die Straßenmeisterei Pottenstein hat die Tafeln an einer Landesstraße mit vielen überfahrenen Tieren aufgestellt. Auch an einer Strecke, für die die Straßenmeisterei Gloggnitz verantwortlich zeichnet, soll dies passieren.“ Der Naturschutzbund NÖ hat im Zuge des Projektes „Ampibienschutz an NÖ Straßen“ auch eine Information herausgegeben, wie man den Tieren helfen kann. Näheres unter www.noe-naturschutzbund.at