Erstellt am 10. Juni 2012, 19:38

Mit Tieren sorglos reisen. URLAUBSZEIT / Tierbesitzer, die mit Hunden verreisen, sollten vorab ausreichende Informationen über das Reiseziel einholen.

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VON TINA WESSIG

Katzenbesitzer wissen, dass ihre Samtpfote am liebsten zu Hause ist. In ihrer gewohnten Umgebung kann sie ein Angehöriger oder ein Nachbar füttern, streicheln und das Tier ist zufrieden. Wer Kleintiere besitzt, kann Kaninchen, Meerschweinchen und Co. ebenfalls bei vertrauten Personen unterbringen.
Schwieriger wird es schon bei Hunden: Diese sind nämlich am glücklichsten, wenn sie mit ihrem Menschenrudel zusammen sein können. Und wenn das Menschenrudel in den Urlaub fährt, stellen sich jedes Jahr die gleichen Fragen: Wohin mit dem Hund? Mitnehmen? Daheim lassen? In eine Hundepension?
Heinz Heistinger, NÖ-Präsident der Tierärztekammer weiß, worauf es ankommt: „Wer seinen Hund ins Ausland mitnehmen möchte, muss in erster Linie die EU-Vorschriften des Reiselandes kennen. Der Hund muss gechipt und geimpft sein und einen EU-Reisepass für Tiere besitzen. Über die Bestimmungen der Länder können der ÖAMTC und der Amtstierarzt der jeweiligen Bezirkshauptmannschaft Auskunft geben.“

Heistinger: „Am wichtigsten ist eine gute Prophylaxe“
In jedem Fall sei es erforderlich, rechtzeitig vor Urlaubsantritt den Tierarzt aufzusuchen, denn so manche Impfprophylaxe dauert – genau wie beim Menschen – ein paar Wochen.
Wer in südliche Länder verreist, muss sich überdies der Gefahr der Leishmaniose-Übertragung bewusst sein: Die Leishmaniose ist eine Infektion, die die Haut, die Schleimhäute oder die Organe befallen kann. Übertragen wird sie durch den Stich von Sandmücken. Im Mittelmeerraum ist die Leishmaniose-Infektionsrate von Hunden stellenweise sehr hoch: In Andalusien sind etwa bis zu 42 Prozent der Hunde infiziert, auf Sizilien gar bis zu 80 Prozent. Aber: Ein gutes Antiparasitikum verleidet der Sandmücke das Stechen. Deshalb: „In den Süden nie ohne Parasitenschutz fahren“, rät Heistinger. Überdies gebe es einen neuen Impfstoff, der ein gesundes Tier schützen kann. Behandelbar ist die Krankheit jedoch noch immer nicht.

„Wer mit Bahn oder Flugzeug verreist, sollte außerdem die Bestimmungen des Unternehmens kennen“, sagt Heistinger. So darf im Flugzeug meist nur ein kleines Tier mitgenommen werden, dessen Transportbox unter den Sitz passt. „Auch in der Bahn empfiehlt sich eine Reservierung, weil jemand mit einer Tierhaarallergie im gleichen Abteil mit dem tierischen Begleiter keine große Freude haben wird.“
Wer mit seinem Hund im Auto verreist, sollte ebenfalls ein paar Eckdaten beachten: „Ist die Klimaanlage ausreichend? Oft fühlt sich der Mensch in der ersten Reihe wohl, bei den Kindern am Rücksitz wird’s schon unangenehm und im hinteren Teil des Autos kann eine normale Klimaanlage zu wenig sein“, spricht sich Heistinger für Vorsicht aus. Aber es gebe Düsen zum Nachrüsten oder gleich eine zweite Klimaanlage für den Fond.

Ob er seinen eigenen Hund eigentlich auch mit in den Urlaub nimmt? „Ich hab’ zwei kleine Kinder mit vier und sechs Jahren“, lacht Heistinger. „Den Hund lassen wir – gut betreut – zu Hause. Das ist mir dann doch ein bisschen zu viel Action.“