Erstellt am 24. Februar 2014, 14:22

Mit Vierbeinern sicher unterwegs. Andreas Wiebogen vom Hundesportverein Wachau informiert im Gespräch mit der NÖN über die richtige Verwahrung von Tieren im Fahrzeug.

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NÖN: Warum bzw. wie sollte die vorschriftmäßige Verwahrung eines Tieres im Fahrzeug erfolgen?
Wiebogen: Bei Tieren - daher auch bei Hunden - handelt es sich um eine "Ladung“, die in ihrem Fahrzeug wie auch jede andere Ladung gesichert bzw. richtig verwahrt sein muss. Kurz und bündig kann man sagen, dass ihr mitfahrendes Tier so verwahrt bzw. gesichert werden muss, dass der sichere Betrieb des Fahrzeuges nicht beeinträchtigt und niemand gefährdet wird. Man kann sich vorstellen, welche Kräfte bei einer eventuellen Notbremsung freiwerden. Der im Fahrzeug ungesicherte Hund wird dann mehr oder weniger als Geschoß durch den Fahrgastraum katapultiert. Die genauen Bestimmungen zur Beförderung von Tieren bzw. Verpflichtung zur Sicherung von Tieren - Stichwort Ladungssicherung - kann man im Tiertransportgesetz 2007 und Kraftfahrgesetz 1967 nachlesen.
 
Sind die Vorschriften über die Transportsicherung in der EU überall gleich?
Nein. Da es sich bei diesen Gesetzen um nationale Gesetze handelt, kann jedes Land seine eigenen Gesetze machen, auch innerhalb der EU. Daher kann es sein, dass in anderen Staaten eine Gurtenpflicht - z.B. im Nachbarland Italien - für ihren vierbeinigen Liebling besteht. Aus diesem Grund sollten sie sich bei einer Fahrt in andere Staaten immer im Vorhinein über die jeweiligen Bestimmungen informieren. In Zeiten wie diesen ist das „Internet“ für solche Anfragen der beste Partner – ich persönlich informiere mich hierbei auf Seiten von ÖAMTC, ARBÖ, ADAC, Botschaften und dergleichen. Da wir selbst viel mit dem Wohnmobil - natürlich mit unseren Hunden - unterwegs sind, kann ich sagen, dass man immer wieder seine „Wunder“ erlebt, wie in anderen Ländern die diversen Vorschriften lauten bzw. exekutiert werden. 
 
Wenn wir schon in anderen Staaten sind: Wie sieht es mit anderen Vorschriften - etwa Impfungen - aus?
Da kann man nur sagen: "Wenn einer eine Reise tut, hat er was zu erzählen.“ Das Tier sollte auch im eigenen Land eine Grundimmunisierung haben. Nachfragen kann man bei seinem Tierarzt. Betreffend der Bestimmungen in anderen Ländern möchte ich wieder auf das Internet verweisen, wo man die betreffenden Bestimmungen über die erforderlichen Impfungen, Ein-, Aus- und Durchfahrtsbestimmungen recherchieren kann. Jedoch gestaltet sich das nicht immer sehr einfach. Weitere Ansprechpartner für derartige Fragen sind unter anderem auch Tierärzte, Polizei, Bezirksverwaltungsbehörde, Ministerium, Botschaften usw...
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Man sollte sich zeitgerecht informieren, da man für einige Untersuchungen bzw. Befunde genaue Termine bzw. Fristen einhalten muss. Selbstverständlich für mich ist auch, dass die Tiere gechipt sind, denn man kann nie sicher sein, dass der vierbeinige Liebling versucht, selber und alleine die Welt zu erforschen. Zusätzlich wären sie auch noch verpflichtet, ihrem Hund die von der Gemeinde ausgegebene Hundemarke „umzuhängen“. Ich persönlich bevorzuge aber einen Anhänger am Halsband mit den wichtigen Daten wie z.B. Rufname des Hundes und Telefonnummer mit der jeweiligen Ländervorwahlnummer.

Abschließende Frage – wie transportieren sie persönlich ihre Hunde?
Meine persönliche Meinung bzw. Überzeugung ist, dass das Tier am sichersten in einer Transportbox, die im Fond (Rücksitz) des Fahrzeuges verwahrt und mit Gurt gesichert ist, transportiert wird. Das ist aber meine persönliche Meinung zu dem Thema. Man kann auch die Tiere in einem Tiertransportanhänger, einer für die Anhängekupplung geeigneten Tiertransportbox, Transportboxen für den Kofferraum, usw. transportieren. Die Art des Transportes bleibt jedem Tierbesitzer selbst überlassen. Wichtig in dieser Frage ist nur, dass das Tier so sicher wie nur möglich von einem Ort zum anderen befördert werden sollte. Man will auch selber so sicher wie nur möglich in seinem Fahrzeug unterwegs sein.
Aber nun zur Beantwortung ihrer Frage: Da wir drei Hunde haben, wäre ein Transport mit Hundeboxen sehr aufwendig bzw. würde es an gewisse Grenzen stoßen. Wir transportieren unsere Hunde im Kofferraum unseres großen Kombis, der durch ein Stahlgitternetz vom Fahrgastraum getrennt ist. Mir ist aber auch bewusst, dass dies nicht die sicherste Transportart - wenn auch den bestehenden Bestimmungen entsprechend - für unsere vierbeinigen Freunde ist, denn bei einem Auffahrunfall oder Frontalcrash sind die Verletzungsgefahren sehr hoch.
 
Abschließend möchte ich noch sagen, egal wie sie ihr Tier transportieren, darf bzw. muss das Tier erst dann vom Transportbehältnis „aussteigen“, wenn ich es angeleint bzw. gesichert habe oder ich es dem Tier „erlaubt“ habe.

Zur Person:

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Andreas Wiebogen
  • Beruf: Polizist
  • seit dem Jahr 1979 Mitglied des HSV Wachau, seit 2010 im Vorstand (2. Stellvertreter und Turnierreferent) 
  • Agility-Landesmeister 2011, 2012 und 2013 mit "Amigo" (Deutscher Pinscher)
  • geprüfter ÖHU-Trainer
  • neben "Amigo" derzeit zwei weitere Hunde: Pedro (Australien Shepherd) und Romito (italienisches Findelkind)