Erstellt am 19. März 2014, 16:00

von Tina Wessig

Pinselohr am Vormarsch. Der NÖ Naturschutzbund hat seine jüngste Erhebung veröffentlicht und zeigt deutlich, dass das Raubtier in Ostösterreich fest verwurzelt ist – und sein Revier vergrößert.

Von Tina Wessig

Von rund hundert Jahren war er in West- & Südeuropa fast ausgerottet, der Luchs. Jetzt erobert sich der schlanke Wilde mit den Pinselohren langsam sein Territorium zurück.

Bei Aggsbach und Droß fotografisch festgehalten

Hilfreich waren dabei Wiederansiedelungsprojekte, die seit den 1980ern umgesetzt wurden. Der jüngste Bericht des NÖ Naturschutzbundes „Luchse im Nordwesten Österreichs – Böhmerwald, Mühlviertel, Waldviertel“ aus der Feder von Autor Thomas Engleder gibt darüber Aufschluss.

Da Luchse durch ihr Fellmuster gut wiedererkennbar sind, konnten einige weite Wanderungen dokumentiert werden: So wurde Luchs „Duvero“ in der Wachau nahe Aggsbach im Oktober 2012 gefilmt. Im Oktober, November und Dezember 2012 tappte er in den Forsten bei Droß mehrfach in Fotofallen.

„Im März 2013 tauchte er plötzlich 111 Kilometer entfernt im tschechischen Blansker Wald auf. Duveros Wanderung ist damit die bisher weiteste eines Luchses im österreichisch-tschechischen Grenzraum“, sagt Autor Engleder.

Selbst die Donau ist kein Hindernis

Luchs „Plavec“ wiederum scheint ein guter Schwimmer zu sein: Er wurde im Oktober 2012 im Waldviertel bei Pöggstall nachgewiesen, tauchte im November südlich der Donau im Dunkelsteinerwald auf und befand sich im April 2013 wieder nördlich der Donau bei Pögg-stall. „Dies ist somit die erste bewiesene Luchsüberquerung der österreichischen Donau“, weiß der Studienautor.

Der Luchs-Report zeigt aber auch auf, wo die Probleme liegen: Zum einen könnten die illegalen Tötungen das Überleben der Art erschweren, zum anderen sind es fehlende Wanderkorridore, die der Population zusetzen: Strukturreiche, ruhige Zonen im Wald, Totholz- und felsenreiche Steilflächen wären Rückzugsräume, die der Luchs dringend benötigt. Außerdem sei es erforderlich, mehr Biokorridore und Grünbrücken zu schaffen, die den Lebensraum grenzüberschreitend sichern.

Den ganzen Bericht gibt’s unter www.noe-naturschutzbund.at