Erstellt am 21. Januar 2014, 14:00

Seeadler residieren in NÖ. Artenschutz / Erstmals wurde in allen Donauländern gleichzeitig eine Zählung von Seeadlern durchgeführt. Resultat: Zwölf der seltenen Wappenvögel leben derzeit bei uns.

Der Seeadler war bei uns bereits ausgerottet: Dank intensiver europäischer Zusammenarbeit leben zwölf Exemplare jetzt wieder in NÖ. Foto: Hoyer  |  NOEN, Hoyer
Von Tina Wessig

Hainburg an der Donau war jüngst Dreh- und Angelpunkt des europäischen Seeadler-Schutzes: BirdLife, Danubeparks und WWF baten zum Symposium und – zeitgleich in allen Donauländern – zur Zählung der Seeadler.

Greifvogel als Indikator für einen intakten Lebensraum

300 engagierte Naturschützer machten mit, dabei wurden 3.000 Flusskilometer entlang der Donau beobachtet und in den neun Donauländern immerhin 750 Adler gezählt. Der majestätische Seeadler ist als Wappenvogel gut bekannt und gilt als größter Greifvogel im Donauraum.

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Und er ist ein Indikator für einen intakten Lebensraum, steht er doch an der Spitze der Nahrungspyramide: „Dann gibt es große, alte Bäume, die die schweren Horste tragen, also eine vernünftige Forstwirtschaft. Einen gesunden Mix an Beutetieren wie Wasservögel und Fische, reich strukturierte Ufer, flache Kiesbänke, die Fischreichtum zulassen … Geht’s dem Seeadler gut, geht’s uns gut“, bringt es Danubeparks-Projektleiter und Vogelexperte Georg Frank auf den Punkt.

Bereits ausgerottet, aber seit 2001 wieder im Lande

Doch das war nicht immer so: Lange Zeit war es um den Seeadler schlecht bestellt, hierzulande war er bereits ausgerottet. Erst intensive Bemühungen der europäischen Länder und des WWF Österreich ermöglichten eine erneute Bestandszunahme – und seit 2001 brüten wieder Seeadler in Österreich.

Die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit unterstreicht auch Umweltlandesrat Stephan Pernkopf: „Zahlreiche Seeadler überwintern jährlich an den Gewässern in Niederösterreich. Doch zum langfristigen Fortbestand braucht es grenzüberschreitende Bemühungen.“

Vogelexperte: „Es gibt immer noch illegale Abschüsse“

„Seeadler haben eine Lebenserwartung von 25 bis 30 Jahren, wenn sie einmal einen Brutplatz auserkoren haben, fliegen sie den über Jahrzehnte an. Dann brüten sie jedes Jahr ein oder zwei Junge aus, reagieren aber sehr sensibel auf Störungen“, sagt Frank.

Umso wichtiger ist für den Experten der Schutz jedes Tieres. Dass immer noch Exemplare illegal geschossen oder vergiftet werden, ist für ihn „eine Katastrophe“ – und eine Verhöhnung jahrelanger Bemühungen im Artenschutz.