Erstellt am 14. Juli 2013, 16:01

verfolgen. eines Projekts zum Schutz der Weißstörche.

WWF-Projektleiterin Karin Donnerbaum verpackte die jungen Weißstörche vorsichtig in weiche Baumwollsäcke und ließ sich vom Kran wieder zu Boden bringen, wo das Beringer der Storchenkinder erfolgte.  |  NOEN, www.achimbieniek.com
Von Tina Wessig

Zum ersten Mal statteten Mitarbeiter des WWF vier junge Weißstörche in Marchegg mit Kennringen an den Beinen aus. Diese geben den Naturschützern künftig Auskunft über Zugrouten und Winterquartiere der Störche und die Qualität ihrer Lebensräume. Doch die Beringung hat noch mehr Bedeutung, ist sie doch der Start eines Projekts des WWF mit den Österreichischen Lotterien zum Schutz der Weißstörche und einem ihrer wichtigsten Lebensräume, den March-Thaya-Auen.

Im Jahr 2014 sollen einige Marchegger Weißstörche mit Satellitensendern ausgestattet werden, um sie auf ihrer langen Reise in die afrikanischen Wintergebiete begleiten zu können.

Information über Route  und Lebensraum

„Durch die Beringung können wir die Entwicklung des Bestandes verfolgen und Rückschlüsse auf die Qualität ihres Lebensraums in den Auen ziehen“, so WWF-Projektleiterin Karin Donnerbaum. Denn: „Die Störche sind auf eine natürliche Gewässerdynamik angewiesen. Bleiben die jährlichen Überschwemmungen der Auwiesen aus, finden sie zu wenig Nahrung.“ Die Beringung der Störche erfolgt übrigens kurz vor dem Flüggewerden der Tiere.

Um zu den beiden Storchenhorsten zu gelangen, wurde Biologin Donnerbaum von einem Kran in luftige Höhen von bis zu 15 Metern gebracht. Sie packte die Jungstörche in weiche Baumwollsäcke, ließ sich mit den Storchenkindern zurück auf den Boden bringen, und dort wurde der Ring am Storchenbein befestigt. Bis Mitte August können sich die Jungstörche noch von dem Ausflug erholen, dann verlassen sie die Kolonie in Marchegg und fliegen zum Überwintern nach Südafrika …

Die Ringe erzählen  spannende Geschichten

Zum Beringen werden sogenannte ELSA-Ringe (European Laser Signed Advanced Ring) verwendet: Sie bestehen aus zwei Teilen und werden erst am Vogelbein zusammengesteckt. Für die Störche besteht dabei keine Verletzungsgefahr. Jeder Ring trägt eine Zahlen-Buchstaben-Kombination, ein Kürzel für die Vogelwarte sowie deren Kontaktdaten, um Ringfunde oder Sichtungen melden zu können. Die Ringe lassen sich auch aus großer Entfernung mit einem Fernglas ablesen. Als Partner in dem engagierten Projekt fungieren die Österreichischen Lotterien, die mit dem WWF bereits viele andere Natur- und Artenschutzprojekte in Österreich verwirklicht haben. Bettina Glatz-Kremsner, Vorstandsdirektorin der Österreichischen Lotterien, war bei der Beringung fasziniert: „Das sind wunderschöne Tiere, imposant und filigran zugleich. Als wir sie in den Horst gesetzt haben, gaben wir ihnen die Namen ,Jack‘ und ,Pot‘.“  Info: www.wwf.at