Erstellt am 23. Juni 2016, 10:15

Gute Gartenvorbereitung beginnt schon im Sommer. Wer Sorge tragen will, dass sein Garten gut durch den Winter kommt, muss den Grundstein legen, wenn die Gedanken noch weit weg von Schnee und Eis sind: Im Sommer.

Den Gartensommer in der Hängematte verbringen und außer gelegentlichem Rasenmähen nicht viel tun? Wer so vorgeht, sorgt dafür, dass er in der kalten Jahreszeit sehr viel mehr Arbeit vor sich hat.  |  fotolia.com, mimagephotos

Ein Sommersonntag auf dem Land: Sie sitzen unterm Kirschbaum und genießen das Vogelgezwitscher. Im Beet wächst das Gemüse um die Wette. Inmitten dieser hochsommerlichen Gartenpracht an Herbst oder gar Winter denken? Wer würde denn sowas tun? Ganz einfach: Ein verantwortungsvoller Hobbygärtner, der nicht nur vorausschauend, sondern auch sparsam denkt. Warum und wie die Vorbereitung des Garten-Winters schon jetzt erfolgen sollte, erklärt folgender Artikel.

1. Gartenwerkzeug

Spaten, Grabgabel usw. werden zwar das ganze Jahr über benötigt. Ihre Haupt-Saison ist aber der Winter, weshalb diese Bodenbearbeitungswerkzeuge dann ob der Nachfrage am teuersten sind.  |  fotolia.com, Ingo Bartussek

Gartenwerkzeug ist, ob neu oder gebraucht, am teuersten, wenn die Saison seinen Einsatz diktiert: Wer etwa den Kauf einer Fräse auf den Herbst verschieben möchte, weil es dann Zeit wird, die Beete aufzulockern, kann davon ausgehen, wesentlich tiefer in die Tasche greifen zu müssen.

Viel besser: Genau jetzt kaufen – besonders dann, wenn es sich um teure Anschaffungen handelt. Auch wenn Fachhändler das Gesuchte momentan nicht in Ausstellungsräumen zeigen, lohnt sich Nachfragen dennoch, weil im „Hinterzimmer“ vielleicht noch Geräte der vergangenen Saison lagern, für die es kräftige Preisnachlässe gibt. Folgende Tabelle verdeutlicht es.

BVZ

2. Pflanzungen planen

Sinnvoll angelegt, verlängert ein Frühbeet die Erntezeit mächtig in beide Richtungen. Doch auch im Sommer kann es bei offenem Dach noch als Kräuterbeet zum Einsatz kommen.  |  fotolia.com, LianeM

Das Winterhalbjahr ist auch die Phase im Gartenjahr, in der Beete neu angelegt werden. Vorausplanung beginnt auch hier im Sommer: Wer beispielsweise im Herbst seinen Rasen erneuern will, sollte jetzt schon die Samen kaufen – diese können bei richtiger Lagerung problemlos monatelang auf ihren Einsatz warten.

Und wer es im Frühjahr versäumte, Frühbeete anzuschaffen, sollte dies ebenfalls jetzt nachholen. Dann nämlich können Sommerpflanzen auch noch im Freien gezogen werden, wenn die Sonneneinstrahlung am Sommerende eigentlich zu schwach ist.

Wichtig:  Im August müssen Blumenzwiebeln in die Erde, die im Frühling austreiben sollen. Und wer jetzt eine Kompost-Ecke anlegt, hat nicht nur Platz, um Rückschnitt-Überreste zu entsorgen, sondern im Winter schon Humus, der auf die Beete kann.

3. Tiere beachten

Gartentiere benötigen Zeit, um sich an Neues zu gewöhnen. Wer immer schon mal Vogelhäuschen bauen wollte – hier eine Bauanleitung – sollte das im Sommer erledigen, damit die Piepmatze sich daran gewöhnen.

Apropos Vögel: Auch wer domestizierte Flieger in  Außenvolieren überwintern lassen möchte, sollte sie jetzt dorthin verlegen. Bei Wellensittichen ist das beispielsweise problemlos möglich – solange die Tiere von klein auf an Außentemperaturen gewöhnt werden. Und das funktioniert am besten im Sommer.

4. Bodenbearbeitung

Viele glauben, dass sie mit alljährlichem Beet-Umgraben genug für gesunde Böden tun würden – ein Fehler. In Wirklichkeit benötigt Boden, gerade bei Hitze, wenn gewässert wird, Aufmerksamkeit, weil jeder Gießvorgang die Erde verdichtet und somit  weniger Wasser die Wurzeln erreicht.

Abhilfe schafft nur regelmäßiges Auflockern - am besten händisch mit einem Grubber. Dieser wird rund um die Pflanzen durch den Boden gezogen, was ihn aufbricht und lockert. Das lässt nicht nur Wasser besser versickern, sondern verbessert die Boden-Belüftung. Und das wiederum ist wichtig für die Lebewesen der Bodenschichten.

Fazit

Si vis pacem para bellum – wenn Du Frieden willst, bereite Krieg vor. Dieses Sprichwort bekommt im Garten eine neue Bedeutung: Nur wer im Sommer, wo es augenscheinlich wenig zu tun gibt, schon bedenkt, dass auch wärmste Tage schnell wieder vorbei sind, sorgt dafür, dass der Garten ein wohnlicher Ort bleibt. Und nicht nur das: Er legt auch den Grundstein, dass er in der kalten Jahreszeit weniger Arbeit hat und im kommenden Jahr alles noch prächtiger gedeiht.