Erstellt am 30. März 2011, 00:00

1,4 Millionen Euro Projekt mit einem ,Schönheitsfehler‘. KLÄRANLANGE / Durch Riss der Gasblase steht energieautarke Entsorgung seit Dezember still. Schadenshöhe ist ungewiss.

Seit September des vergangenen Jahres kann sich die Kläranlage in Heiligenkreuz eigenständig mit Energie versorgen. Seit Dezember muss der Strom jedoch von der BEWAG bezogen werden.ZVG  |  NOEN
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VON CARINA GANSTER

BEZIRK / Im September des Vorjahres ist sie in Betrieb gegangen, die energieautarke Kläranlage in Heiligenkreuz. In Betrieb ist sie zwar noch immer, aber seit Dezember nicht mehr energieautark. Dabei ist das 1,4 Millionen Euro Projekt der ganze Stolz der umweltbewussten Region Jennersdorf und ein wahres Vorzeigeprojekt. Doch der Riss der Gasblase hat aus dem Prunkstück ein Problemkind gemacht, denn die Unabhängigkeit von fremder Energie wurde bislang noch nicht wiederhergestellt.

Problem ist durch einen  Stromausfall entstanden

„Durch einen Stromausfall ist das Stützgebläse zusammengefallen, daraufhin ist die Gasblase gerissen“, erklärt Peter Gortan, Obmann vom Abwasserverband des Bezirks. Die zehn Jahre alte Gasblase war nach dem Umbau nicht ersetzt worden, weil „wir uns dachten, dass sie keine Probleme machen wird und noch intakt ist“, sagt Gortan. Der Gasbehälter hatte aber irreparable Schäden und musste ausgetauscht werden. Das Problem dabei: „Die Lieferzeit einer neuen Gasblase beträgt drei Monate. Zudem ist es nicht so einfach, das System wieder in Betrieb zu nehmen. Durch die biologischen Vorgänge kann die Anlage nur sehr langsam wieder hochgefahren werden“, weiß Gortan.

Der finanzielle Schaden ist noch nicht bekannt. „Wir stehen zur Zeit im Kontakt mit unserer Versicherung und lassen den Fall prüfen, die genaue Schadenshöhe wissen wir noch nicht“, erklärt Gortan. Viel teurer als die Anschaffung der neuen Gasblase, kommt dem Abwasserverband jedoch der Ausfall der eigenständigen Energieversorgung. „Die neue Gasblase wird rund 25.000 Euro kosten, der Strom, den wir in der Zwischenzeit von der BEWAG beziehen mussten, wird aber viel mehr kosten“, meint Peter Gortan.

In zwei Wochen soll die energieautarke Versorgung der Kläranlage wieder aufgenommen werden. Bis dahin ist das System wieder hochgefahren.