Erstellt am 09. Februar 2011, 00:00

128 Millionen Euro für Aktivpark. MONSTERPROJEKT / Die Verantwortlichen des Aktivparkausbaus stellten das Projekt dem Gemeinderat vor. Der Gemeinderat hat die Voraussetzungen noch nicht erfüllt.

Wünschen sich eine positive Zukunft: Bernhard Deutsch, Herbert Haselbacher, Peter Vadasz und Sascha Fuchs-Robertin.  |  NOEN

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VON SARAH WAGNER

GÜSSING / Bei der vergangenen Gemeinderatssitzung waren die Verantwortlichen des Aktivparks, Herbert Haselbacher, Sascha Fuchs-Robertin und Bernhard Deutsch anwesend. Sie standen dem Gemeinderat Rede und Antwort und erläuterten das Tourismusprojekt „City & Country Club Güssing“.

Zum Projekt: Das Investitionsvolumen wurde mit 128 Millionen Euro beziffert (Kostenaufstellung siehe Infobox). Insgesamt wäre eine Fläche von 180 Hektar betroffen. Die Zufahrt würde vom Kasernen-Kreisverkehr ins Ressort führen. Geplant sind ein 3-Stern-Hotel (bestehender Aktivpark), ein 5-Stern-Hotel, ein Konferenzzentrum und das Clubhaus für den City & Country Club Güssing (G

olfclub). Für Anfänger soll es einen Neun-Loch-Parcour und für Profis einen mit 18 Löcher geben. Weiters sollen dem Gast ein beheizter Naturrasenplatz, 1.500 Quadratmeter an Spa und Wellness-Bereich, eine Tennishalle, ein Freiplatz und Sporträume für Fitness und Gymnastik zur Verfügung stehen. Außerdem sind 250 luxuriöse Villen nach dem Motto „Wohnen am Golfplatz“ geplant. Diese sollen je nach Bedarf errichtet werden. Eine eigene Biogasanlage ist angedacht.

Vorteile für die Gemeinde wären laut Projektbetreiber unter anderem 250 Arbeitsplätze direkt im Öko-Golfresort, zusätzliche Gemeindeeinnahmen, hohe Wertschöpfung für die Güssinger Wirtschaft, 250 Folgearbeitsplätze, die Förderung der Zuwanderung durch attraktives Wohnangebot und eine langfristige Wertschöpfung.

Voraussetzungen für die  Realisierung ungeklärt

Bevor das Monsterprojekt jedoch realisiert werden kann, müssen Umwidmungen seitens des Gemeinderates beschlossen werden. Offen ist, welche Flächen umgewidmet werden sollen. „Seitens der Gemeinderäte wurde die Befürchtung geäußert, dass mit der Widmung von großen Bauflächen der Grundstücksspekulation Tür und Tor geöffnet wird. Immerhin wurde der überwiegende Teil als ’Grünland Golfplatz‘ gekauft. Bauland hätte einen anderen Preis gehabt“, heißt es seitens der SPÖ Güssing. Auch das Gutachten punkto Hochwasserschutz ist noch ausständig. In der Sitzung hat man sich geeinigt, dass erst weitere Schritte gesetzt werden, wenn das Gutachten am Tisch liegt. „Gutachter Neunkirchner arbeitet mit Nachdruck an der Studie“, sagte Vize Gilbert Lang.

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Die Betreiber fordern zudem einen Grundsatzbeschluss des Gemeinderats für die Zweckbindung der künftigen direkt aus dem Projekt erwachsenden Einnahmen bis zur Refinanzierung der Infrastrukturkosten von sieben Millionen Euro. Ursprünglich forderte man von der Gemeinde sieben Millionen Euro, was für Güssing jedoch unmöglich zu erfüllen ist. Vom Güssinger Rechtsanwalt Werner Dax kam der Vorschlag, für die Refinanzierung eine „Infrastrukturgesellschaft“ zu gründen. Diese Gesellschaft, die seitens der WIBAG und AWS abgesichert sein soll, könnte die sieben Millionen Euro aufbringen. Die Gemeinde würde dann 40 Prozent der Einnahmen an die Gesellschaft zurückzahlen. 60 Prozent würden der Gemeinde bleiben. „Die Gemeinde darf kein Risiko übernehmen und würde damit auch keines tragen – das ist vorstellbar und machbar“, meint Dax. Ein Gespräch mit der WIBAG wurde bereits geführt. Die Gemeinde würde sich an dieser Gesellschaft nicht beteiligen. Die Betreiber waren mit diesem Vorschlag zufrieden.

Auch den „politischen Willen zur schnellen und zielorientierten Umsetzung des Gesamtprojektes“ setzen die Betreiber voraus. Bei Erfüllung der Voraussetzungen durch den Gemeinderat (Umwidmung und Refinanzierung der Infrastrukturkosten) stellen die Betreiber eine Bereinigung der Altlasten in Zusammenhang mit dem Aktivpark in Aussicht. Andernfalls kündigte Haselbacher an, den Aktivpark zu schließen: „Wir sind vier Millionen im Minus. Wenn wir nicht die Möglichkeit haben, das ganze Projekt umzusetzen, dann scheitert es. Ich hoffe auf eine rasche Entscheidung, um Förderungen zu lukrieren.“

Laut Betreibern könnte das Projekt also schon bald starten. Auch Investoren soll es geben. Laut Dax, der Einsicht in die Anbote von Investoren nehmen durfte, bestätigte deren Investitionsbereitschaft. Bürgermeister Peter Vadasz schloss den Tagesordnungspunkt mit den Worten: „Wir werden in den nächsten Wochen einen Grundsatzbeschluss fällen.“ Für Landesrätin Verena Dunst ist das Projekt noch in weiter Ferne.