Erstellt am 27. Juni 2012, 00:00

14 Jahre Spießrutenlauf für eine neue Apotheke. GENEHMIGT / Nach 14 Jahren und drei Gängen zum Verwaltungsgerichtshof stellte das Ministerium den positiven Bescheid aus.

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VON CARINA GANSTER

RUDERSDORF / Als die Grazer Pharmazeutin Maria Berger im April 1998 um die Erteilung der Konzession zur Errichtung und zum Betrieb einer Apotheke in Rudersdorf ansuchte, hatte sie wohl nicht damit gerechnet, dass die Genehmigung erst dann ausgestellt wird, wenn sie bereits fast acht Jahre in Pension ist. Nach 14 Jahren wurde sie letztendlich eines Besseren belehrt, aber die rüstige Rentnerin hat, wie sie selbst meint, aus Liebe zum Beruf und weil sie es den Rudersdorfer Bürgern versprochen hat, nie aufgegeben, um ihre eigene Apotheke zu kämpfen. Als am 13. Juni dann aber Post vom Bundesministerium bei der Pharmazeutin eintrudelte, war die Stimmung bis zum Öffnen des Briefes angespannt. „Nicht schon wieder eine Berufung oder gar die Einstellung des Verfahrens“, waren die ersten Gedanken der Apothekerin.

Das Gefühl, dann doch endlich den positiven Bescheid in den Händen zu halten, war unbeschreiblich, aber trotzdem ist die Freude nicht so groß, wie sie sein sollte. „Die Panther-Apotheke in Fürstenfeld, die zwar nicht mehr privat betrieben wird, sondern von einem größeren Apothekenunternehmen, hat jetzt wieder sechs Wochen Zeit den positiven Bescheid zu beanstanden“, erklärt Berger.

Fürstenfelder-Apotheke  erhob zahlreiche Einsprüche

 

Genau diese Apotheke hat den jahrelangen Spießrutenlauf herbeigeführt. Erstmals erhob die steirische Apotheke im Sommer 1998 Einspruch. Ein weiterer folgte im Winter 2000. Im Frühjahr 2001 wies das Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen das Konzessionsansuchen von Maria Berger ab.

Daraufhin blieb nur der Gang zum Verwaltungsgerichtshof, der aber auch nicht der einzige sein sollte. Insgesamt suchte die Unternehmerin drei Mal die Hilfe der letzten Instanz, um letztendlich ihre Apotheke eröffnen zu können. Laut der Panther-Apotheke liegt der Grund für den jahrelangen Rechtsstreit im kleineren Kundenpotenzial, das sich im Falle der Errichtung einer Apotheke in Rudersdorf auf 5.500 Personen verringern könnte. Fürstenfeld besitzt nämlich eine zweite Apotheke. Kurzum entschied das Ministerium nun doch zugunsten von Maria Berger, die noch im heurigen Jahr mit dem Umbau der Apotheke beginnen möchte. Nicht nur zur Freude der Bevölkerung, sondern auch zu der von Bürgermeister Franz E. Tauss. „Der Aufwand hat sich wirklich bezahlt gemacht. Die Gemeinde hat immer an einen positiven Bescheid geglaubt und daran festgehalten.“

Trotz ihrer Pensionierung sehnt Berger den Tag der Eröffnung herbei. „Ich will diese Apotheke sobald wie möglich eröffnen und den Rudersdorfern die Versorgung ermöglichen, die sie auch brauchen. Da sind mir die paar grauen Haare und die verbrauchten Nerven aufgrund der langen Wartezeit egal“, scherzt die Apothekerin, die sogar schon einige Bewerbungen von Personen erhalten hat, die in ihrer Apotheke arbeiten möchten. „Aus Liebe zum Beruf und nicht aus Geldgründen“, beschreibt Berger die Motivation, so lange durchgehalten zu haben. „Denn jetzt muss ich einen schönen Batzen Geld in die Hand nehmen, aber das ist mir egal.“

In den kommenden Monaten soll mit der Errichtung der ersten Apotheke in der Marktgemeinde Rudersdorf begonnen werden. Betrieben wird die Apotheke von Maria Berger.