Erstellt am 16. Januar 2013, 00:00

31. Jänner: Letzte Chance für Blue Chip. Neue Interessenten / Projekt von neuer Investorengruppe wurde von Land positiv bewertet. Nun hängt alles an der Finanzierung.

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Von Michael Pekovics

GÜSSING / Eineinhalb Jahre ist es her, dass der Solarzellen-Herstellen „Blue Chip Energy“ einen Insolvenzantrag stellte. Mehrere Versuche, neue Investoren zu gewinnen, scheiterten. Nun könnte es abermals eine Chance geben, das Unternehmen zu retten – es dürfte allerdings die allerletzte sein.

„Allerletzte“ Frist läuft noch bis Ende Jänner

Bisher sind mögliche Investoren immer daran gescheitert, dass die zur Verfügung stehenden Finanzmittel nicht ausreichten. Und auch dieses Mal hängt alles daran, ob die Interessenten liquide genug sind, um die Interessen der Gläubigerversammlung zu bedienen. Masseverwalter Wilhelm Lackner, ein Rechtsanwalt aus Eisenstadt, war bis Redaktionsschluss nicht erreichbar. Fakt ist, dass die aktuellen Interessenten ein Projekt auf den Tisch gelegt haben, das vom Land positiv beurteilt wurde. Laut Landesrätin Verena Dunst, die „massiv daran interessiert ist, dass es nicht zu einer Einzelverwertung kommt“, wurde anhand einer Expertise festgestellt, dass „die Investoren über ein Patent verfügen, das die Effizienz der Solarzellen steigern würde“. Die im Vergleich schlechte Effizienz der produzierten Solarzellen soll ja im Juli 2011 Mitgrund dafür gewesen sein, dass das Unternehmen Insolvenz anmelden musste. „Das vorgestellte Produkt ist gut“, sagt Dunst, die sich als Vermittlerin sieht. „Fakt ist nun: Es gibt den 31. Jänner als Frist, bis dahin müssen die Investoren vorlegen, dass sie über ausreichend Finanzmittel verfügen.“ Laut Dunst wäre die im Raum stehende Einzelverwertung die denkbar schlechteste Variante, weil Dekontaminierungskosten von rund 300.000 Euro anfallen würden. „Davon hat niemand was.“

Rund 120 Mitarbeiter waren bis Juli 2011 bei „Blue Chip“ beschäftigt, sie wurden zwischenzeitlich in einer Stiftung „geparkt“, haben nun aber zum Teil wieder neue Jobs. „Ich weiß aber, dass einige sofort wieder nach Güssing zurück kommen würden“, sagt Dunst.

Hoffnungsschimmer. Bis spätestens 31. Jänner entscheidet sich, ob neue Investoren das Werk in Güssing übernehmen. Kommt es zu einer Einzelverwertung, würden Entkontaminierungskosten von rund 300.000 Euro anfallen.