Erstellt am 25. November 2013, 12:31

33-jähriger von U-Haft in die Strafhaft. Jener 33-Jährige, der im Südburgenland seine Stieftochter missbraucht und geschwängert haben soll, bleibt laut Auskunft der Staatsanwaltschaft (StA) Eisenstadt bis zur Gerichtsverhandlung hinter Gitter.

 |  NOEN, APA
"Aus heutiger Sicht wird er nicht mehr entlassen bis zum Prozess", sagte StA-Sprecherin Magdalena Wehofer heute, Montag. Aufgrund der rechtskräftigen Verurteilung vergangenen Freitag in einem anderen Missbrauchsfall dürfte sich lediglich sein Status ändern: Er wäre von der U-Haft in die Strafhaft zu nehmen, so Wehofer.

In diesem Fall würden sich weitere Haftverhandlungen - die nächste müsste bis zum 3. Dezember stattfinden - erübrigen, erläuterte die Staatsanwältin. Zudem sei davon auszugehen, dass das aktuelle Strafverfahren abgeschlossen werde, während der zu drei Jahren und acht Monaten Haft Verurteilte im Gefängnis sitzt. Selbst wenn er aus der Haft entlassen werden sollte, gebe es für die Staatsanwaltschaft dann die Möglichkeit, die Fortsetzung der Untersuchungshaft zu beantragen.

Bereits seit 1999 als Sex-Täter bekannt

Aufgrund der einschlägigen Vergangenheit des 33-Jährigen, der bereits seit 1999 der Justiz als Sex-Täter bekannt war, könnte sich auch die Frage der Einweisung in eine Anstalt für gefährliche Rückfallstäter oder - falls eine Unzurechnungsfähigkeit festgestellt werden sollte - eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher stellen. Darüber werde im laufenden Verfahren zu entscheiden sein.

Gegen die Mutter der zwölfjährigen Stieftochter des Mannes laufen Ermittlungen wegen des Vorwurfs des Quälens oder Vernachlässigens unmündiger Personen. Die Frau wurde auf freiem Fuß angezeigt. Der Verdacht beruhe darauf, dass sie nach der Geburt des Kindes einige Tage zugewartet habe, bis sie mit dessen minderjähriger Mutter das Krankenhaus aufgesucht habe "und dass dadurch möglicherweise eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten ist", so Wehofer.

Medizinisches Gutachten wird erstellt

Um dies zu klären, soll auch ein medizinisches Gutachten eingeholt werden. Zudem soll das Mädchen kontradiktorisch befragt werden. Das Ergebnis eines Vaterschaftstests wird bis kommende Woche erwartet.

Die Zwölfjährige und ihr Baby sollen laut Auskunft aus dem Büro von Soziallandesrat Peter Rezar (SPÖ) noch ein paar Tage im Spital bleiben, bis eine geeignete Stelle gefunden sei, wo beide optimal versorgt werden können.

Lesen Sie mehr - Beschuldigter zur Mutter: "Schreck dich nicht"

Die Mutter des zwölfjährigen Mädchens will von der Schwangerschaft ihrer Tochter nichts gewusst haben. Als das Kind in ihrem Zimmer das Baby auf die Welt gebracht hat, meinte der des Missbrauchs beschuldigte Stiefvater zu der Frau: "Schreck dich nicht!" Die Zwölfjährige hatte das Kind ganz allein zur Welt gebracht, erzählte die Frau in der ORF-Sendung "Thema" am Montagabend.

Das Mädchen hat sich nach Erzählungen der Mutter in ihr Kinderzimmer zurückgezogen, weil es Kopfschmerzen hatte. Nach einiger Zeit schaute der 33-jährige Stiefvater nach der Zwölfjährigen und entdeckte das neugeborene Baby. "Was ist das? Woher kommt das?", fragte die Mutter ihren Lebensgefährten und ihre Tochter. Sie habe sich nicht mehr ausgekannt und ihre Knie hätten nachgegeben.

"Das erste, was ich gesagt habe (....), von wem ist das? Ist das von Dir?" Da meinte ihr Lebensgefährte: "Nein." Die Geburt habe ihre Tochter "komplett alleine durchgemacht." Als die Frau die Rettung rufen wollte, um Tochter und Baby untersuchen zu lassen, meinte der 33-Jährige: "Nein, das darfst du nicht. Weiß eh, wegen meinem Vorfall." Die Frau habe "nie im Leben daran gedacht, dass sie schwanger sein könnte."